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Schloss Beichlingen

Georg von Werthern-Beichlingen (1816 - 1895)
Bei Thietmar von Merseburg wird für das Jahr 1014 erstmals eine Burganlage erwähnt. Wahrscheinlich war es schon König Heinrich I., der zum Schutz einer wichtigen Postraße ins Unstruttal die Burg erbauen ließ.

Im 11. Jh. kommt sie in die Verfügungsgewalt des Grafenhauses Weimar - Orlamünde. 1069 wird Beichlingen von Kaiser Heinrich IV. belagert und teilweise zerstört. Wenige Jahre später kommt Kuno von Northeim, dritter Sohn des berühmten Otto von Northeim, durch Heirat der Tochter des Markgrafen von Orlamünde, Cunigunde, in den Besitz von Burg und Grafschaft Beichlingen.

Ab 1140 etabliert sich ein eigenes Grafengeschlecht, welches sich nach der Burg benennt. Im 12./13. Jh. werden die Grafen von Beichlingen durch Heirat und Erbanfall zu dem bedeutendsten Herrengeschlecht im nördlichen Thüringen. Durch ihre engen Beziehungen zu den Staufern und zum Mainzer Erzbistum, kommt es häufig zu Reibereien mit den Landgrafen von Thüringen. Immer wiederkehrende Fehden führten im 14. und 15. Jh. zum Machtverfall und Niedergang des Geschlechtes. 1519 muß Graf Adam die Burganlage und den größten Teil der verbliebenen Grafschaft Beichlingen an den Herren Hans von Werthern verkaufen. Die Grafen von Werthern blieben bis 1945 ununterbrochen im Besitz der Burganlage. Aus spätmiftelalterlicher Zeit stammt das "Hohe Haus", ein Donjon (Wohnturm), dessen Baubeginn bereits im 12. Jh. liegen kann. Das "Hohe Haus" hat mit 32 m Länge, 18 m Breite, 22 m Höhe und einer Mauerstärke im Erdgeschoß von 2,40 m archaische Ausmaße. In der Renaissance begann eine grundlegende Umgestaltung des Schlosses, wobei jedoch die Form einer Burganlage beibehalten wurde. Kunsthistorisch wertvoll sind die Stuckarbeiten und Malereien aus der Zeit um 1600 im "Hohen Haus" und in der Schloßkirche (erbaut um 1600) sowie die Renaissancefassade am Torgiebel des Lehnshauses und das Türportal am Neuen Schloß. Letzteres aus der Werkstatt des Hans Friedemann d. Älteren aus Erfurt wurde in den dreißiger Jahren diese Jahrhunderts vom Treppenturm des Hohen Hauses umgesetzt und 1995 restauriert. Den 2. Weltkrieg übersteht die Schloßanlage unbeschadet. Noch 1945 (das Schloß wurde in Landeseigentum überführt) beherbergte die Anlage verschiedene Bildungseinrichtungen und ab 1961 bis 1990 eine Fachschule (später Ingenieurschule) für Veterinärmedizin. Derzeit werden Teile der Schloßanlage als Schloßrestaurant und Schloßhotel genutzt. 1991 gründete sich der "Förderverein Schloß Beichlingen e.V.", der die Anlage betreut und sich für einen sensiblen Umgang mit der historisch interessanten Schloßanlage einsetzt. Schloß Beichlingen zählt zu den bedeutendsten Schloßanlagen des 16. Jh. in Thüringen.

(Quelle: www.kernland.de)

Vielgestaltige Schloßanlage in Beichlingen, im Mittelalter Stammsitz des gleichnamigen Grafengeschlechtes und von 1519 bis 1945 im Besitz der Herren und späteren Grafen von Werthern / Beichlingen.



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