Perfekte Burg für die Traumhochzeit
Freitag, 20. August 2010Die letzte Burgentour führte mich vor einigen Tagen in die Eifel. Neben den bekannten Burgen wie der Nürburg oder “der Burg schlechthin” (so Georg Dehio) Burg Eltz habe ich auch Burg Pyrmont besucht. Bei einem Ausflug zur Burg Eltz sollten Sie unbedingt auch die nur 13,5 km entfernte Burg Pyrmont besichtigen.
Die Burg spielte zwar in der Geschichte keine bedeutende Rolle, galt aber doch im 19. Jahrhundert als eine der schönsten Ruinen der Eifel. Die Geschichte der Burg ist besonders wechselhaft. Während beispielsweise Burg Eltz noch heute im Besitz der ursprünglichen Familie ist, wechselten die Burgherren auf Burg Pyrmont regelmäßig.
Im 12. Jahrhundert erbaute Kuno I. von Schönbergen die Burg “Pierremont” auf dem idyllischen und etwas abgelegenen Eifelberg. 1524 erlosch das Geschlecht mangels männlicher Erben und die Burg fiel an die Herren von Eltz.
1652 erwarben die Herren von Bassenheim einen Teil der Herrschaft von Pyrmont. Während der Eltzer Teil an die Herren von Saffenberg fällt und dann an Kur-Trier verkauft wird. Diesen Teil kauft der Waldbott von Bassenheim schließlich 1710. Nun beginnt der schloßartige Ausbau der Burg zur Residenz der Grafen Waldbott.
Die französische Revolution führt schließlich 1794 zur Konfiszierung der Burg. Damit wird Burg Pyrmont zum französischen Eigentum. 1810 wird die Burg versteigert und zum Abbruch freigegeben.
Georg Severus Weckbecker erwirbt die Ruine und verkauft alle verwertbaren Einrichtungsgegenstände und Bauteile. Nachdem kurzzeitig der Graf von Bassenheim die Burg in Familienbesitz zurückgebracht hat, wird die Burg 1861 versteigert und landet im Besitz von drei Landwirten.
1897 erwirbt ein Kaufmann die Ruine, verkauft sie aber schon 1897 wieder an einen Kapitän, der sie dann schon 1912 wieder verkauft: an einen Architekten. Der Architektenfamilie gehört die Ruine über 50 Jahre lang, so kann sie zumindest vor weiterem Verfall bewahrt werden.
1963 gibt es den für die Burg vielleicht einschneidensten Besitzerwechsel, der bis in die heutige Zeit dafür sorgt, dass Burg Pyrmont ein so bedeutendes Bauwerk bleiben konnte. Die Architekten Prof. Dr. Hentrich und Hubert Petschnigg erwerben die Burg.
Mit dem Ziel Räume für Ihr kreatives Architektenteam zu schaffen und die Burg zu erhalten, treten diese beiden Architekten an. Teile der Ruine werden behutsam wieder hergestellt und bewohnbar gemacht. Nach und nach wird das Gebäude stilgerecht wieder eingerichtet.
1967 gibt Prof. Dr. Hentrich (gest. 2001) seine Anteile am Gebäude an die Familie Petschnigg ab. Da er keine Nachkommen hat, möchte er so die Erhaltung der Burg optimal sicherstellen.
Schließlich entschließt sich Familie Petschnigg 1990 zum erfreulichen Schritt die Burg für die Öffentlichkeit freizugeben.
Heute präsentiert sich die Burg in einem für Besucher perfekten Zustand. Teilweise ist der Charme der Ruine erhalten geblieben, andererseits sind auch Räumlichkeiten geschaffen worden, die den heutigen Ansprüchen gerecht werden.
Während ich die Burg besucht habe, fand gerade eine Hochzeit statt. Und die Burg eignet sich wirklich perfekt dafür. Es sind einige Gästezimmer mit romatischer Ausstattung vorhanden. Daneben findet man auch eine Gastronomie und Räume für die Feier (bis zu 150 Gäste). Sogar ein Standesamt finden Sie auf der Burg.
Die Burg ist tagsüber zu besichtigen, abends aber geschlossen und bietet so einen perfekten Rahmen für die abendliche Feier im Kreise der Gäste. Denn nichts ist ja störender als “Touristen”, die auf der eigenen Hochzeitsfeier herumlaufen.
Einen besonderen Tipp gibt es noch für den gelungenen Heiratsantrag: Im Burghof finden Sie die “Juttas Steinbank”. Auf dieser berühmten Bank wartete einer Sage nach schon das Pyrmonter Burgfräulein sehnsuchtsvoll (allerdings leider vergeblich) auf die Rückkehr Ihres Verlobten.

















