Geotagging mit dem SONY-CS3
Freitag, Mai 7th, 2010Geotagging von Fotos war für mich schon immer ein spannendes Thema. Gerade wenn man wie ich tausende Fotos jedes Jahr schießt, wird es immer schwieriger diese noch “per Hand” zu lokalisieren. Daher nehme ich mir eigentlich schon seit langem vor, regelmäßiges Geotagging einzusetzen.
So ist auch mal wieder ein neues Gerät auf meinem Schreibtisch gelandet: das SONY GPS-CS3. Obwohl ich vorher schon einige andere Geräte (unter anderem das SONY GPS-CS1) eingesetzt habe, konnte ich mich an keins so richtig gewöhnen. Ein grundsätzliches Problem bleibt immer: Zusätzlich zur Kamera muss ich noch ein zweites Gerät dabei haben. Es muss zudem aufgeladen sein, und nicht zuletzt eingeschaltet werden. Außerdem müssen die Fotos anschließend noch mit den Geokoordinaten in Verbindung gebracht werden. Letztendlich einige Arbeitsschritte auf dem Weg zum “lokalisierten” Foto.
Das GPS-CS3 kommt im zigarrettenschachtel-großen Format daher. Der erste Eindruck: Weißes eher billig verarbeitetes Plastik. Erster großer Vorteil des Sony-Geräts: es verwendet Standard-Batterien (oder Akkus). Bei mehrtägigen Exkursionen schaffe ich es meist gerade die Akkus für meine Kamera im Hotel zu laden – die halten meistens einen Tag lang.
So ist es ganz praktisch, wenn ich einfach noch einen 4er-Pack Batterien (Mignon) dazu packe, die es notfalls an jeder Tankstelle gibt, und lostaggen kann. Ungefähr einen Tag halten auch die Batterien im Sony-Gerät (Herstellerangabe bei optimalen Bedingungen sind 15 Stunden).
Sehr positiv: Gegenüber des Vorgängermodells hat das neue Gerät von SONY endlich ein kleines LCD-Display bekommen. Es ist nämlich sehr nervend, wenn man auf die Anzeige einer einzigen LED, die vielleicht noch dreifarbig und in verschiedenen Geschwindigkeiten blinkt, angewiesen ist. So wird hier Klartext geredet.
Obwohl das Gerät doch etwas aufträgt, ist es handlich und leicht mitzunehmen. Auch wenn die “Gürtelschnalle” und Schutzhülle sich nur wiederspenstig am Gürtel befestigen lässt. Vielleicht legt man das Gerät lieber einfach mit in die Fototasche.
Einmal angestellt muss man nur noch auf Empfang warten. Dieser scheint etwas besser als beim Vorgänger zu sein. Erreicht aber immer noch nicht die Qualität vollständiger GPS-Navigatoren (z.B. von GARMIN). So funktioniert der Empfang jetzt auch, wenn ich das Gerät ganz vorne in meinem Auto zwischen die Windschutzscheibe klemme.
Ein Hauptkriterium für den Kauf war allerdings für mich noch eine andere Funktion: der eingebaute SD-Karten-Leser (und natürlich Memorysticks, ist ja schließlich ein SONY). Nach vollendeter Fotoreise legt man so die Speicherkarte aus der Kamera einfach in das Gerät ein und beginnt mit dem Taggen. Ohne PC wohlgemerkt, versucht das Gerät GPS-Positionen den Fotos auf der Karte zuzuordnen.
Als chronischem Nicht-Anleitungs-Leser ist mir übrigens bei den ersten Malen erst anschließend aufgefallen, dass immer nur 60 Fotos in einem Rutsch getaggt werden. Dann muss man nochmal starten und weitere 60 Fotos werden verarbeitet. Dabei kann man auswählen, ob vor dem Verarbeiten eine Sicherheitskopie des Fotos angelegt wird oder nicht. Mit Kopie dauert’s natürlich länger. Ich hab’s natürlich ohne Kopie versucht und war erstaunt, dass der Vorgang innerhalb weniger Sekunden (etwa 1,5 Sekunden pro Foto) erledigt war (mit Kopie sind 5,2 Sekunden angegeben).
Der Speicherplatz auf dem Gerät soll übrigens für ca. 3 Wochen ausreichen (128 MB), das habe ich allerdings noch nicht ausgereizt (theoretisch reicht es für genau 360 Stunden). Das Gerät kostet rund 140 EUR. Insgesamt eine ganz gelungene Umsetzung des Geotagging-Themas. Eins darf man natürlich nie vergessen, die Uhr in der Kamera sollte recht genau eingestellt sein, sonst klappt’s nicht.

