Bodo Ebhardt gründete 1899 die Deutsche Burgenvereinigung. Der Architekt und Burgenforscher sorgte dafür, dass 1900 die “einzige nie zerstörte Höhenburg am Mittelrhein” in den Besitz der Vereinigung kam. Damals noch in einem sehr schlechten Zustand übernommen, hat sich die Burg heute zu einem echten Schmuckstück und Publikumsmagneten entwickelt. Etwa 100.000 Besucher erklimmen jedes Jahr die Burg.
Der damalige Zustand ließ im Inneren kaum noch die mittelalterliche Burg erkennen. Trotzdem versuche man insbesondere für die Besucher einzelne “typische” Räume einer Burg wieder erstehen zu lassen. So errichtete man den Rittersaal oder die Burgküche und versuchte diese so weit möglich wieder nach historischen Vorbildern entstehen zu lassen. Dies geschah mit einer gewissen historischen Freiheit, um dem Besuchern den mittelalterlichen Eindruck erkennen zu lassen.

So entstand unter anderem auch die “Kapelle” im südlichen Turm der Burg. Diese errichtete man hier in einem Raum, den man nicht eindeutig als Kapelle identifizieren konnte, der aber in typischer Lage – dem Feind zugewandt – auch in anderen Burgen so zu finden war.
Die in dem Gewölbe befindlichen Konsolenköpfe taugten nie richtig als Beweis, weil man ähnliche Abbildungen auch im Innenhof der Burg gefunden hatte. Die farbigen biblischen Wandmalereien, die man heute im Gewölbe findet, wurden erst bei der Renovierung angebracht.

Um so größer war die Freude jetzt, da durch einen Zufall die endgültige Identifizierung gelang. Durch Zufall erkannte Dr. Thomas Kühltreiber bei einer Führung Parallelen zu einem der Konsolenköpfe. Bisher konnte man diesen nicht erkennen, weil er offensichtlich stark entstellt bzw. verändert war. Doch Dr. Kühltreiber erkannte darin eindeutig die Skulptur eines “Agnus Dei” (lat. Lamm Gottes).
Diese Symbolik wurde fast ausschließlich in sakralen Räumen verwendet und wird damit als sehr zuverlässiger Beweis für die Position der Burgkapelle gesehen.