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Burgen und Schlösser
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Burg Eger

Chebský Hrad
Im frühen Mittelalter, höchstwahrscheinlich seit dem 8. Jh., war Eger, ähnlich wie praktisch das gesamte Flussgebiet der Naab, von Slawen besiedelt, und das Gebiet stand unter Verwaltung der böhmischen Premysliden-Fürsten. Davon zeugt die Schenkungsurkunde des Königs Wladislaus I. aus dem Jahre 1165, in der die Schenkung von Schönbach und Mähring an das Waldsassener Kloster bestätigt wird, also in der Zeit der staufischen Herrschaft. In Bezug auf die Entfernung vom Prager Zentrum war das dünn besiedelte Egerland ein sogenanntes "totes" Gebiet. Das bedeutet, dass es rechtlich in keines der benachbarten politischen Staatsgebilde eingegliedert war. Es stand also für eine schnelle Besiedlung offen, die der Markgraf des Nordgaus Diepold III. von Giegen und Vohburg nach 1110 tatkräftig unterstützte. Nach der Gründung des Waldsassener Klosters 1133 begann das historische Egerland, dessen bewegliche Grenze der Bergrücken des Fichtelgebirges bildete, zu zerfallen. Nach Diepolds Tod 1146 kam die Verwaltung der Provinz an das Herrschergeschlecht der Staufer. Friedrich Barbarossa, der Neffe des Kaisers Konrad III., erwarb das Egerland nicht durch die Vermählung mit Diepolds Tochter Adelheid 1147, wie es vereinfacht in den meisten Fremdenführern behauptet wird, sondern erst lange nach der Scheidung von ihr, und zwar 1167 als Erbschaft von seinem Vetter Friedrich von Rothenburg zusammen mit dessen fränkischen Gütern. Der erste Besuch des Kaisers Friedrich I. Barbarossa fand 1179 statt, als der Reichstag den Streit um Weitra zwischen dem böhmischen Fürsten und dem österreichischen Herzog zugunsten Österreichs entschied.

Kaiser Friedrich I. Barbarossa machte Eger zum Stützpunkt seiner Machtpolitik gegenüber dem böhmischen Fürstentum, das damals von inneren Streitigkeiten erschüttert wurde. Es gelang ihm, die Markgrafschaft Mähren zu gründen und sie vom böhmischen Fürstentum zu trennen. Zum selbstständigen Reichsfürsten ernannte er 1187 den Prager Bischof Heinrich Bretislaus. Der setzte nach dem unritterlichen Tod des Kaisers im Kreuzzug 1190 seine schlechte Politik fort, dank derer er schliesslich für vier Jahre zum böhmischen Fürsten wurde. Auf der Egerer Burg übte er 1192 zeitweise seinen zehnmonatigen Dienst bei Kaiser Heinrich VI. aus, weil er als Bürge des vorübergehend herrschenden Premysl Otakars nicht imstande war, dessen Schulden von 6000 Pfund Silber zurückzuzahlen. Die Ironie seines Schicksals war, dass er, der Denunziant und Speichellecker, der schlechte Bischof und Fürst, der Vorgänger von Premysl Ottokar I., am 15. Juni 1197 ausgerechnet in Eger auf der Flucht zum Kaiser, bei dem er Schutz suchen wollte, starb.

Im Jahre 1206 traf sich Premysl Ottokar I. mit Philipp von Schwaben auf der Egerer Burg, um hier die Vermählung ihrer Kinder Wenzel I. und Kunigunde - sie sollte Eger als Heiratsgut bekommen - zu vereinbaren. Der nächste Kaiser, Friedrich II. von Sizilien, führte den Bau der Burg fort, und in der Doppelkapelle gab er 1213 die Goldene Bulle heraus, in der er die Beziehungen zwischen dem Reich und der päpstlichen Kurie regelte.

Premysl Ottokar II., unter dessen Regierung es zum Sturz der staufischen Dynastie kam, besetzte aufgrund der Vollmacht von Richard von Cornwall Anfang 1266 das Egerland und gliederte dieses ehemalige slawische Gebiet für 10 Jahre lang dem böhmischen Staat an. Nach Eger, das am 15. Mai 1270 von einem verheerenden Brand heimgesucht wurde, berief er den Orden der Kreuzherren mit dem Roten Stern und vertraute ihnen das Spital des hl. Bartholomäus an.

Rudolf von Habsburg, der unterlegene Gegner Premysl Ottokars II., weilte im Januar 1285 auf der Pfalz , als er in der wiederaufgebauten und soeben geweihten Franziskanerkirche seine Tochter Guta mit dem böhmischen König Wenzel II. verheiratete. Mit Wenzel II. traf er sich hier noch einmal 1289, wobei er ihm Meissen als Lehen vergab und dessen Amt als Mundschenk, das mit kurfürstlichen Rechten verbunden war, bestätigte. Als Heiratsgut seiner Gemahlin Guta verwaltete Wenzel II. Eger in den Jahren 1291 - 1305. Er fand an Eger so grosses Gefallen, dass er auf einem Felsen am linken Ufer des Flusses Eger eine andere Burg erbauen liess, die nach ihm Wenzelsburg oder auch Winselburg genannt wurde.

Obwohl nach Wenzels Tod die Stadt wieder an das Reich kam, pflegten die Egerer gute Kontakte mit den böhmischen Ländern und waren daran interessiert, die Verhältnisse im Land nach dem Aussterben der Premysliden zu ordnen. Davon zeugt die Teilnahme des Egerer Bürgers Kornpuhel an der böhmischen Deputation, die 1310 Kaiser Heinrich VII. bat, die Regierung in Böhmen durch die Vermählung seines Sohnes Johann mit der Premyslidin Elisabeth zu sichern. Als böhmischer König und römischer Kurfürst bekam Johann von Luxemburg 1322 das Egerland als erblichen Pfandbesitz von Ludwig dem Baiern für seine Unterstützung im Kampf um den Kaiserthron. König Ludwig der Baier bestätigte schon bei seinem Besuch in Eger am 1. April 1318 die Egerer Privilegien. Am 12. April 1321 schloss Margarete, die Tochter König Johanns, einen Hochzeitsvertrag mit dem niederbayerischen Fürsten Heinrich ab. Die Egerer brauchten die Hilfe und den Schutz des böhmischen Königs in dem zweihundert Jahre dauernden Streit mit den Nachkommen der staufischen Ministerialität, weil diese die Handelswege gefährdeten und für die immer reicher werdende Stadt eine politische und wirtschaftliche Konkurrenz darstellten. Die Egerer gewannen damals sowohl durch Ankauf als auch durch militärische Eroberung über dreissig Burgen und befestigte Sitze im Umkreis von 50 km von der Stadt.

Grosse Hilfe leistete den Egerern Kaiser Karl IV., der der Stadt Eger 1349 das Münzrecht aus Nürnberg übertrug, als Entschädigung für die im Jahre 1300 von Eger nach Kuttenberg verlegte alte Münzstätte, in der seit 1165 die Egerer Pfennige geprägt wurden. Zu dieser Verlegung kam es im Rahmen der Währungsreform Wenzels II.. Eine neue Münzstätte wurde nicht mehr auf der Burg, sondern an einem Ort hinter dem derzeitigen Rathaus, nicht weit vom Marktplatz, errichtet. Durch die Goldene Bulle 1355 befreite Karl IV. die Egerer von der Pflicht, die Zoll- und Mautgebühren im ganzen Reich zu bezahlen. Der Kaiser besuchte die Egerer Burg insgesamt sechsmal, und zwar in den Jahren 1348, 1358, 1370, 1372, 1375 und 1376.

Kaiser Wenzel IV., der Sohn Kaiser Karls IV., weilte auch mehrmals auf der Egerer Burg, nämlich in den Jahren 1376, 1386, 1389 und 1397. Er bestätigte die Egerer Privilegien und verlieh der Stadt den Rang einer böhmischen Königsstadt. Im Jahre 1393 schlichtete er einen Streit zwischen den Stadtbürgern und dem königlichen Burggrafen auf die Weise, dass er den Burggrafen Ctimir von Zettlitz abberief und den Zankapfel, die Brücke, die die Kaiserpfalz mit der Wenzelsburg am gegenüberliegenden Ufer verband, abbrechen liess. Darüber hinaus gestattete er, das Festungswerk zu verbreitern und zu verstärken, so dass die Stadtmauer auch die alte staufische Burg einschloss.

Wenzels Bruder, Kaiser Sigismund, nahm persönlich an den Verhandlungen mit einer hussitischen Deputation am 26. Mai 1431 in Eger teil. Die Stadt besuchte er dann noch zweimal, in den Jahren 1433 und 1437. Beim zweiten Besuch gab er für sie die Goldene Bulle heraus. Grossen Einfluss in Eger gewann zu dieser Zeit Sigismunds Reichskanzler Kaspar Schlick, dessen Geschlecht später eine bedeutende Rolle in der Geschichte Egers spielte.

Der letzte Herrscher, der die Egerer Burg besuchte, war Georg von Podiebrad. Beim ersten Besuch der Stadt verlobte er im April 1459 seine Tochter Sidonia mit dem Herzog Albrecht von Sachsen und seinen Sohn Hynek mit Katharina, der Tochter Wilhems von Sachsen. In den Jahren 1461 und 1467 führte er hier ausserdem wichtige Friedensverhandlungen. Bei seinem letzten Besuch wurde hier die Vermählung seines Sohnes Heinrich mit Ursula, der Tochter des Markgrafen Albrecht von Brandenburg, gefeiert. Wegen ihrer Treue gegenüber dem "Ketzerkönig" verhängte der Papst über die Stadt Eger den Kirchenbann, von dem sie erst 1472, ein Jahr nach Georgs Tod, freigesprochen wurde.

Im 17. Jahrhundert hörte die Burg auf, zeitweiliger Sitz der europäischen Herrscher zu sein. Das letzte politische Ereignis geschah hier am 25. Februar 1634, als bei einem Gastmahl im "Kuchelhaus" Wallensteins treue Offiziere Illo, Kinsky, Trczka und Neumann ermordet wurden.

(Quelle: chebskyhrad.cz)



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