Schlösser und Burgen
   

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Burgen und Schlösser
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Schloss Unteraufsess

Schloss im Herzen der fränkischen Schweiz
Das Mittelalter

Die Burg Aufsess ist im fränkischen Jura (ca. 400m ü.d.M.), zwischen Bamberg und Bayreuth, gelegen.

Zahlreiche Ausgrabungen, Höhlenfunde von Werkzeugen und Waffen aus Rehgeweih sowie die 15 Hünengräber (beim sog. Teufelsholz) weisen in diesem Gebiet Gebiet auf vorgeschichtliche Besiedlung in mehreren Etappen hin.

Der Sage nach reicht die Geschichte des fränkischen Adelsgechlechtes von Aufsess bis ins Jahr 1007 zurück, als ein Ritter Heinrich von Ufsaze mit König Heinrich, dem späteren Kaiser Heinrich II, ins Frankenland gezogen sein soll, wo dieser dann das Bistum Bamberg gegründet hat.

Die Burg Aufsess war möglicherweise Teil eines Schutzgürtels, um das junge Bistum Bamberg gegen Einfälle aus dem Osten und Stützpunkt der Besiedlung und Christianisierung des Umlandes.

Aus dem Jahre 1114 stammt die erste sichere Erwähnung der Herren von Aufsess - ein “liber homo” Herolt de Ufsaze, ein freier Herr also, wird als Treuhänder des Bamberger Stiftes St.Jakob genannt.

Es handelt sich hierbei, um eine der frühesten Erwähnungen eines Geschechtsnamens - er bezieht sich auf den Stammsitz der Familie (der Name Ufsaze - Aufsess kommt von "auf dem Felsen sitzen" und nimmt auf die beherrschende Lage des Bergfriedes Bezug). Die heutige Schreibweise "Aufsess" taucht bereits im Jahre 1301 in einer Urkunde auf.

Die Aufsess gehörten zu den edelfreien, uradligen Geschlechtern mit ursprünglich eigener Gerichtsbarkeit und zählen heute zu diesen wenigen, noch blühenden Familien in ganz Oberfranken.

Die Neuzeit

1430 erleidet die Burg schwere Zerstörung durch den Einfall der Hussiten.

Im 16. Jahrhundert traten Pankratz und Wolf-Heinrich von Aufsess früh zum Protestantismus über, somit war die Geschlechterfolge der noch lebenden Linie bis zum 19. Jahrhundert durchweg evangelisch, was die kirchliche Entwicklung im Ort Aufsess bestimmte; der Übertritt zahlreicher Familienmitglieder zum Katholizismus konnte daran trotz heftiger Konflikte und Versuchen der Rekatholisierung nichts ändern.

Seit der Herausbildung der reichsritterschaftlichen Organisation im 16. Jahrhundert gehören die Herren von Aufsess zum fränkischen Ritterkanton Gebürg.

1525 wurden im Bauernkrieg sechs aufsessische Burgen von Hollfelder Bauern und Bürgern zerstört Auch die Burg Aufseß erleidet schwere Schäden. Wiederaufbau bis 1537.

Ab 1594 geht der Ganerbencharakter der Stammburg zunehmend durch Teilungsverträge (so auch 1619, 1638 und 1676) verloren. Die Burg Aufseß ist nunmehr Eigentum bestimmter Linien des Hauses.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Aufseß trotz Schutzbriefes Kaiser Ferdinands II. (1629) im Jahre 1633 von kroatischen Truppen geplündert und niedergebrannt. Die Bevölkerung wurde durch Morde marodierender Soldaten und durch die 1634 wütende Pest furchtbar dezimiert.

Die übergrossen Kriegslasten und Kontributionen liessen das zahlenmässig zusammengeschrumpfte Geschlecht der Aufseß verarmen. Anlässlich einer Erbteilung 1638 wurde die beschädigte Burg samt Pfarrgerechtigkeit und Jagd nur noch auf 1000 Gulden veranschlagt.

Unter Christoph Daniel von Aufseß erfolgte 1677 der Wiederaufbau der inneren Burg und der Kirche; der verödete Ort wird durch Neuansiedlung wieder belebt.

Karl Heinrich von Aufseß und sein Sohn Christoph-Ludwig riefen im 18. Jahrhundert aus dem Bambergischen Burgellern vertriebene Juden nach Aufseß, stellten sie unter Schutz, bauten ihnen Häuser und auch eine Synagoge und stellten ihnen Gelände für einen (oberhalb des Dorfes gelegenen) Friedhof zur Verfügung.

1676 teilten sich die Brüder Friedrich und Karl Heinrich von Aufseß die Burg. Später gab der protestantische Karl Heinrich seine Wohnung in der Stammburg nach heftigen Konflikten mit seinem Bruder auf und errichtete sich 1690 talaufwärts ein neues Schloss, das er Oberaufsess nannte. Die Stammburg hingegen wurde etwas geringschätzig Unteraufsess genannt. Friedrich liess sich daraufhin einen weiteren kleinen Rittersitz auf dem Felsen gegenüber Oberaufsess errichten, den er Höchstaufsess nannte. Dieses Schlösschen brannte jedoch bereits 1718 ab und wurde nicht wieder aufgebaut.

1695 wurden die beiden Söhne des Hans Wilhelm von Aufseß, die zur katholischen Kirche übergetreten waren und in kurbayrischen bzw. kaiserlichen Diensten standen, in den erblichen Reichs-grafenstand erhoben. Die Grafenfamilien starben aber bereits 1745 aus.

Am 24.11. 1714 wurde Carl Siegmund der Ältere, der Gründer des Familienfideikommisses und Statthalter des Bistums Bamberg, mit seinem Bruder und seinem Vettern sämtlicher Linien von Kaiser Karl VI. in den Reichsfreiherrenstand erhoben.

1735 wurde die alte Schlosskapelle abgerissen und von Christoph Ludwig der Grundstein zum Neubau gelegt. Aufgrund eines Spruches des Reichshofrates 1740 sollte die Kirche als rein evangelisch-lutherisches Gotteshaus wieder errichtet werden. Die Einweihung fand 1742 statt.

1791 trat der verschuldete Markgraf Karl Alexander seine seit 1769 in Personalunion regierten Fürstentümer Ansbach und Bayreuth gegen finanzielle Entschädigung an Preussen ab. Sofort wurden in diesem nun preussischen Provinzen die landesherrlichen Ansprüche intensiviert, der Druck auf die reichsritterschaftlichen Enklaven, zu denen ja auch Aufseß zählte, wurde stärker und stärker.

1796 wurde Aufseß trotz heftigen Widerspruchs der damaligen Herren von Preussen besetzt, fast alle Reichsritter im Fürstentum Bayreuth huldigten dem König von Preussen. Als letzte der fränkischen Ritterschaft leisteten Friedrich Wilhelm und Veit Carl von Aufseß 1799 durch einen Stellvertreter in Bayreuth den Untertaneneid. Ihre Reichsunmittelbarkeit und Halsgerichtsbarkeit war damit beendet.

Bereits 1803 gelangte Aufseß durch eine Grenzkorrektur von Preussen an das Kurfürstentum Bayern, das am 1.1.1806 Königreich wurde. Im Jahr 1806 endete auch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation; Kaiser Franz II. legte die Krone des Reiches nieder.

Durch bayrisches Gesetz erhielten die Aufseß 1812 ein Patrimonialgericht II.Ordnung mit dem Recht zur Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit, des Hypothekenwesens und der niedrigen Polizei.

Zum Schutz gegen die Gefahr eines drohenden Bauernaufstandes kam im März 1848 auf Reqisition des Gutsherren Hans von Aufseß eine Abteilung des 13. Bayrischen Regiments nach Unteraufseß.

Zum Schutz gegen die Revolution wurde im Sommer 1848 eine von Aufsesser Einwohnern und Juden bestehende Kompanie von 80 Mann gebildet, welche ihre Feuerschlossmusketen aus dem Zeughaus Nürnberg erhielten und von dem damals 23-jährigen Otto Freiherr von Aufseß kommandiert wurden. Zuschauer auf dem Bild waren Hans der IX. von Aufseß und Förster Fuchs.

1848 wurde schliesslich auch das feudale Relikt der Patrimonialgerichtsbarkeit beseitigt, dazu kam die Ablösung der bäuerlichen Lasten, d.h. die Bauern wurden von der Verpflichtung zur Leistung von Zehnten, Gülten und Frondiensten entbunden.

In der Romantik wird mit der Fränkischen Schweiz auch der Reiz von Burg Aufseß entdeckt. Die Dichter Ludwig Uhland und Viktor von Scheffel, die Maler Wilhelm von Kaulbach und August von Kreling und der Archtekt Karl Alexander von Heideloff sind öfters auf der Burg zu Gast. Der Zeichner Ludwig Richter hält bei einem Besuch die Burg in einem Stahlstich fest. Im 19.Jahrhundert wurde Aufseß aber vor allem durch die Persönlichkeit und das Wirken des Hans von Aufseß geprägt.

(Quelle: www.schloss-unteraufsess.de)



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