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Burgen und Schlösser
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Orangerie Ansbach

Café-Restaurant Orangerie
Der Hofgarten Ansbach hat eine lange gärtnerische Tradition, so wird bereits 1535 von einem Garten berichtet, worin dem päpstlichen Nuntius Petrus Paulus Vergerius bei seinem Besuch in Ansbach "das Mahl bereitet wurde" und in dem es die "üblichen Tänze und Schauspiele gab". Zwischen 1528 und 1538 wirkte Dr. Leonhart Fuchs als Leibarzt des Ansbacher Markgrafen und man vermutet, dass er den Garten für seine botanischen Studien nutzte.

Heute erinnert ein Heilkräutergarten im Ansbacher Hofgarten an diesen "Vater der Botanik". Im Renaissancegarten wurde 1596 ein Opern- und Lusthaus errichtet, in diesem Garten brachte man 1627 die erste Agave "im teutschen Raum" zum Blühen. Diesen Erfolg wiederholte man 1687 und bewahrte den Blütenschaft zum "Gedächtnis" im Lusthaus aus. 1691 wird von der Planierung des Hofgartens berichtet und es fanden mehrere Planungen statt, um den Schlossgarten in eine barocke Anlage umzuwandeln. Das Opern- und Lusthaus wurde abgerissen und man plante eine neue Orangerie. Jedoch wurden die Arbeiten wegen der politischen Wirren nur zögerlich fortgesetzt. Erst nach dem Ableben von Markgraf Wilhelm Friedrich im Januar 1723 wurde durch die Gemahlin Christiane Charlotte, die die Regentschaft für Ihren unmündigen Sohn übernommen hatte, die Baumassnahmen entschieden vorangetrieben. Ihr besonderes Anliegen war die Verschönerung ihrer Residenzstadt. Sie ließ den Hofgarten ab 1724 durch ihren Baumeister, Carl Friedrich von Zocha, völlig umgestalten und ein Pomeranzenhaus nach französischem Vorbild erbauen - die heutige Orangerie.

Nach Ihrem Tod 1729 übernahm Ihr Sohn Carl Wilhelm Friedrich, bekannt als der "wilde Markgraf", mit 17 Jahren die Regentschaft. Wie seine Mutter hatte er einen Sinn für die schönen Künste, liebte jedoch auch das einfache Landleben, die Falknerei und das Soldatentum.

Er schätzte es, sein Herrschertum darzustellen und begann etliche neue Bauvorhaben. Da der bisherige Baumeister zwar in Architektur bewandert war, nicht jedoch in Bauleitung und Durchführung, ernannte der Markgraf Leopoldo Retty 1732 zum Baudirektor. Er vollendete die Ansbacher Residenz und die unter Zocha begonnenen Projekte, darunter die Fertigstellung der Orangerie.

Der junge Herrscher überspannte zuweilen den Bogen, so urteilte der Minister seines Nachfolgers, Freiherr von Gemmingen über ihn: "Zu jung, zu unerfahren, sich selbst beherrschen zu können, überließ er sich bald seinen Lieblingsneigungen, der Fauconerie und dem schädlichen Soldatenspiel. Den ganzen Tag sah man ihn mit dem Falken auf der Hand; bald zerfiel er mit seiner geistreichen Gemahlin, nahm Maitressen an, liebte den Trunk und beging in diesem Zustand manche Ausschweifungen."

In der Zeit seiner Regentschaft blühte Ansbach politisch, wirtschaftlich und kulturell auf, doch finanziell stand die Stadt vor dem Ruin. 1757 starb er an einem Schlaganfall. So mußte sein Sohn Christian Friedrich Carl Alexander mit eiserner Sparsamkeit regieren.

Im Jahre 1791 dankte der Markgraf ab und ging mit seiner Gemahlin, Lady Elisabeth Craven, nach England. So endete die Linie der Ansbacher Markgrafen nach 475 Jahren.

(Quelle: www.orangerie-ansbach.de)

Von 1831 bis 1833 lebte Kaspar Hauser in Ansbach und wurde dort im Hofgarten ermordet.

(Quelle: de.wikipedia.org)