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ComburgBenediktinerkloster Grosscomburg
Der Name Comburg geht wahrscheinlich auf ein keltisches Wort zurück, das Fels oder Stein bedeutet. Graf Burkhard von Comburg-Rothenburg, der älteste von vier Brüdern, wohl um 1040/1050 geboren, wandelte 1078 die Burg in ein benediktinisches Kloster um und wurde Mönch in seiner eigenen Stiftung.
Nach nur zehnjähriger Bauzeit wurde 1088 die romanische Pfeilerbasilika eingeweiht. Der dritte Abt des Klosters, Hartwig stiftete im 12. Jahrhundert ein wertvolles Antependium (Altarvorsatz) und einen reichgestalteten Radleuchter. Diese Kunstwerke sind vermutlich in den Klosterwerkstätten entstanden. Im 15. Jahrhundert war ein allmählicher Sittenzerfall zu spüren. Sämtliche Reformbemühungen von außen schlugen fehl und schließlich wurde das Kloster im Jahr 1488 in ein adeliges Chorherrenstift umgewandelt. Diese Zeit spiegelt sich heute in den verschiedenen Gebäuden wider, denn die Chorherren hatten das Recht auf eigene Wohnungen und eigene Hauswirtschaft. So wurden weitere Gebäude errichtet z.B. die Neue Dekanei, der Wamboldbau, der Gebsattelbau, der Reischachbau, die bis heute die Namen ihrer letzten Inhaber tragen. Viele der Chorherren gehörten gleichzeitig dem Chorherrenstift Ellwangen oder Würzburg an. In ihrem Gefolge wurden auch Chorvikare eingestellt, die im Vikarienbau untergebracht waren und zusammen mit den Chorherren die Gottesdienste gestalteten. Aus dieser Chorherrenzeit müssen zwei herausragende Persönlichkeiten erwähnt werden. Dekan Erasmus Neustetter(1551-1594) lässt viele Gebäude bauen, instandsetzen, verändern oder ausmalen, sein Hauptwerk ist die 460 m lange Ringmauer, die fast völlig erhalten ist. Er baute sich sein Wohnhaus (Alte Dekanei) in die Baulücke neben den romanischen Torbau und ließ sich durch den Turm einen Zugang zur Michaelskapelle schaffen. So schuf er sich ein privates Oratorium. Das Baufieber der Zeit läßt bei Dekan Wilhelm Ulrich von Guttenberg (1707-1735) große Vorsätze reifen, die Comburg soll als Barockstift umgebaut werden. Nach dem Bau einer neuen Kirche, für die er 43 000 Gulden stiftet, und seines Wohnhauses (Neue Dekanei) geht aber das Geld aus. Die barocke Kirche wurde von Joseph Greissing gebaut, die Innenausstattung von Balthasar Esterbauer ausgeführt. Im Jahr 1802/1803 wurde bei der Säkularisierung die Comburg dem württembergischen Staat übereignet und diente in den folgenden beinahe einhundert Jahren als Sitz des Königlich-Württembergischen Ehreninvalidencorps, das alten, kriegsverletzten Soldaten eine Heimstatt bot. 1926 wurde in der Comburg unter Theodor Bäuerle die erste Heimvolkshochschule eingerichtet. 1936 musste diese Volksbildungseinrichtung auf Druck der Nationalsozialisten aufgegeben werden. In den folgenden Jahren wurden Bauhandwerker-und Steinmetz-Kurse abgehalten, in späteren Jahren diente die Comburg auch als Hitlerjugend-Heim und zuletzt als Kriegsgefangenenlager. (Quelle: www.comburg.de / Hildegard Stadelmaier)
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