Schlösser und Burgen
   

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Burgen und Schlösser
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Burg Eberbach


Hoch über der Stadt Eberbach wurde die Burg im 11.Jahrhundert errichtet. Als Anlage aus drei einzelnen, völlig voneinander getrennten Burgen befindet sie sich an strategisch günstiger Stelle mit weitem Blick in das Neckartal.

Eberbach führt seine Gründung auf das Jahr 1227 zurück, weil in diesem Jahr König Heinrich VII., später in Ungnade gefallener und in lebenslange Haft genommener Sohn Kaiser Friedrichs II. von Hohenstaufen, die Burg Eberbach zusammen mit Wimpfen vom Wormser Bischof zu einem stattlichen Preis zu Lehen empfangen hat, woran sich die naheliegende und überzeugende Vermutung knüpft, dass der auf den Ausbau seiner Machtposition bedachte König die im Raum Eberbach schon früher nachweislich anwesenden Menschen in einer geschlossenen Ansiedlung im Schutze der Burg sammelte und die Stadt gründete. In einer von König Heinrich selbst ausgestellten Urkunde von 1321 ist nicht mehr allein die Burg Eberbach, sondern auch die Stadt erwähnt. So dürfen wir 1227 als Jahr der Stadtgründung annehmen.

Der Name der Stadt wurde von einer schon vorher vorhandenen Ansiedlung übernommen, die bereits der Burg den Namen gegeben hatte. In Pfälzischen Urkunden, erstmals in einer solchen von 1196, sind Grafen und Adlige "de Eberbach" erwähnt.

Die Befestigung mit einer Stadtmauer erfolgte offenbar in den ersten Jahren ihres Bestehens und war 1241 noch nicht abgeschlossen. 1235 fiel die Stadt ebenso wie die Burg ans Reich. Eberbach wurde unmittelbare Reichsstadt.

Bereits 1297 verlor Eberbach diesen Status, als König Adolf von Nassau die Stadt verpfändete.

In der Folgezeit ging Eberbach durch die Hände verschiedener Pfandherren, bis schließlich 1330 mit der Verpfändung an die Pfalzgrafen bei Rhein ein Zustand eintrat, der von längerem Bestand sein sollte. 1361 wurde den Pfalzgrafen von Kaiser Karl IV. auch noch das Patronatsrecht übertragen.

Bei einem großen Stadtbrand um 1340 wurde nicht nur die Stadt weitgehend vernichtet, sondern auch alle Urkunden und Freiheitsbriefe wurden ein Opfer der Flammen. Dies war wohl auch der äußere Anlaß dafür, daß 1346 die Stadtrechte von Ludwig dem Bayern erneuert wurden, indem er Eberbach die Wimpfener Freiheitsrechte verlieh. In Wirklichkeit aber verblieb es bei dem bisherigen Zustand, wonach Eberbach den Pfalzgrafen als Pfandherren unterstand, weil eine Auslösung durch das Reich nicht mehr erfolgte. So kam es, daß die Zeit Eberbachs als Reichsstadt ohne greifbaren Zeitpunkt allmählich ausklang, da die Freiheitsrechte der Stadt bereits beginnend mit dem 14. Jahrhundert durch landesherrliche Verfügungen des Pfalzgrafen mehr und mehr eingeengt wurden. 1582 wurde das neue Pfälzische Landrecht in Eberbach eingeführt.

Die heute nur noch als Ruine erhaltene Burg, bestehend aus Vorder-, Mittel- und Hinterburg, an strategisch günstiger Stelle auf einem Bergvorsprung der Burghälde am Ausgang des Ittertals in das Neckartal errichtet, geht in ihren ersten Anfängen auf das 11.Jahrhundert zurück. Von hier aus wurden der Weg nach der alten Benediktinerabtei Amorbach und nördlich zum Main, gleichzeitig aber auch die Neckarschiffahrt und die Verbindung durch den Holdergrund auf die Höhe des Odenwaldes kontrolliert.

Ihr Schicksal wurde besiegelt, als 1402 "Schloß, Burg und Stadt" vom Pfalzgrafen Ruprecht an den Ritter Hans von Hirschhorn verpfändet wurden. Welche Absicht der Hirschhorner bei der Pfandnahme verfolgte, wurde erst deutlich, als er 1403 vom König eine Verfügung erwirken konnte, wonach ihm befohlen war, die Burg Eberbach abzubrechen und zu schleifen, da sie keinen Nutzen bringe und nur Kosten verursache. In Wahrheit entledigte sich der Hirschhorner mit dieser Aktion einer gefährlichen Konkurrenz für seine Schlösser in Hirschhorn und Zwingenberg und es ist anzunehmen, daß der Befehl alsbald auch ausgeführt wurde.

Die Nähe der Universitätsstadt Heidelberg bekamen die Eberbacher von einer unangenehmen Seite zu spüren, als in den Jahren 1528/29, 1547/48 und 1555 die Heidelberger Universität wegen der in Heidelberg wütenden Pest nach Eberbach verlegt wurde. Aus den Quellen wissen wir, daß nicht immer Eintracht herrschte zwischen den Bürgern der Stadt und den ungebetenen Gästen.

(Quelle: Festschrift zur Feier des 750jährigen Bestehens der Stadt Eberbach im Jahre 1977, www.eberbach.de)