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Burg Grossfurra
Zwischen Kyffhäuser und Harz, in der Mitte Deutschlands, steht in Ortsmitte die Burg Grossfurra.
874 wurde der Ort Grossfurra unter dem Namen "Furari" erstmals urkundlich erwähnt. Im 11. Jahrhundert wurde die Burg von den Thüringer Landgrafen erbaut. Sie war zuerst im Besitz eines Rittergeschlechts der "Von Furra". Nach Aussterben dieser Familie (1332) wurde die Burg an verschiedene Adelsgeschlechter belehnt. Die Wasserburg war zu dieser Zeit geteilt in den östlichen Flügel "die Vogtei" und einen westlichen "das adelige Lehn". Die Familie von Wurmb erwarb in den Jahren ab 1415 nach und nach die Burganteile der verschiedenen Rittergeschlechter. Über 500 Jahre lenkte das Adelsgeschlecht derer von Wurmb die Geschichte der Burg, der Ländereien, ebenso die Geschichte Thüringens, da sehr hohe Staatsbeamte aus dieser Familie hervorgingen. Die "Burg Grossfurra" durchlebte 500 Jahre - die Pest und zahlreiche Kriege, bis hin zum Ende des 2. Weltkrieges 1945 - fast unbeschadet. 1948 erfolgte die Enteignung der Familie von Wurmb und das Gebäude, im Volksmund "Schloss" genannt, wurde in der Zeit der volkseigenen Besitzverhältnisse als Schule, Kindergarten und durch Wohnungen genutzt. Diese Umnutzung diente einerseits zum Erhalt der Bausubstanz, andererseits führten sie zu einem erhöhten Verschleiss der Gebäude. Die von der DDR zur Verfügung gestellten minimalen Mittel, konnten nur kleine Wunden heilen, bzw. helfen grössere Schäden zu minimieren. Nach der "Wende" 1990 entschloss sich die Gemeinde Grossfurra, als neuer Besitzer, nach Erstellung der Schadensanalyse, das marode Gebäude leer zu ziehen, um entsprechende Baufreiheiten für die grundlegende Sanierung zu erhalten. Hintergrund war der Verkauf der Burg, da die enormen Mittel für die Sanierung nicht aufgebracht werden konnten. 1996 fand der gebürtige Bayer und Kaufmann aus Göttingen, Helmut Pohl, Freude an der Burg und war bereit die riesigen Summen für die Sanierung aufzubringen und ein neues Lebens- und Firmendomizil zu schaffen. Die Burg wurde eine riesige Baustelle und erst jetzt wurde die wahre Verfassung der Bausubstanz sichtbar. Fast alles musste erneuert und saniert werden: Teilweise völlige Entkernung der Innenbereiche, das Fundament, die Fachwerkwände, Decken, Fussböden, Dächer, Elektro-, Wasser-, Kanalisation- und Heizungsinstallation. Nach 7-jähriger Sanierungszeit wurde durch Eigenleistung des Besitzerpaares, geistiger, seelischer, körperlicher und finanzieller Art der Burg Grossfurra wieder Leben eingehaucht. Die Innengestaltung mit alten Baumaterialien, rundete diese Arbeit auch optisch ab. Die aufwendige Sanierungs- und Restaurationsarbeiten dauerten bis 2004 und wurden unter denkmalrechtlichen Prämissen durchgeführt, dies nur mit einem minimalen Anteil öffentlicher Mittel. Es entstand ein Refugium mit eigenem, mittelalterlichen Charme, ausgestattet mit moderner Haustechnik. Unter Federführung der langjährigen Lebensgefährtin, Regina Scholz, entstand 2005 eine Privatvermietung, deren Zimmer und Ferienwohnung mit individuellem Flair überraschen: Kachelöfen, altem Fachwerk, dicken Mauern, ländliche- rustikaler, antiker- Möblierung. Das Kaminzimmer der Gastgeber bietet beim Frühstück, kleinen Feierlichkeiten oder gemütlichen Abenden, urige, bodenständige Atmosphäre. Somit konnten die Besitzer das von ihnen erhaltene Kulturgut teilweise der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen. (Quelle: Regina Scholz und Helmut Pohl)
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