Schlösser und Burgen
   

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Burgen und Schlösser
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Burg Schweinsberg


Schon 1231/32 muss Guntram v. Marburg in Schweinsberg gewohnt haben, führte aber noch nicht den Namen "v. Schweinsberg". Nach der Burg Schweinsberg nannten sich vielmehr zuerst 1234 bzw. 1236 seine Söhne: 1234 erscheint "Gundramus de Svinsberg" nach einer Mitteilung Johann Jakob Hombergks "in documento inedilo Haynensi" und am 6. Februar 1236 urkundet "Crafto miles dictus de Sweinsberch, filius Guntrami militis de Martburc". Wohnte Guntram v. Marburg aber bereits 1231/32 in Schweinsberg, dann hätte er sich doch sicher nach seiner dortigen Burg genannt, wenn diese damals schon fertiggestellt gewesen wäre.

Da er jedoch keineswegs schon den Namen "v. Schweinsberg" führte, darf wohl angenommen werden, dass die Burg Schweinsberg im Jahre 1231/31 noch nicht stand.

lhre Vollendung wäre also in die Jahre 1231 bis 1234 zu setzen. Die älteste Burg Schweinsberg war eine recht einfache Anlage: an einen starken runden Turm schloss sich eine viereckige Ringmauer an, innerhalb derer die leichten Wohngebäude gestanden haben werden.

Die Burg Schweinsberg war wegen ihrer günstigen Hügellage inmitten eines Sumpfgebietes kaum einnehmbar und errang bald als neutraler Sperrriegel zwischen der mainzischen Amöneburg und dem landgräflich-hessischen Homberg/Ohm eine Bedeutung.

Einen seiner stärksten Stützpunkte hatte Mainz in der Amöneburg, deren Umklammerung durch die Landgrafen im Südosten durch die neuerbaute Burg Schweinsberg gesprengt worden konnte. So bemühten sich beide Gegner um die Unterstützung der Schweinsberger, und diese waren sich ihrer wichtigen Stellung durchaus bewusst und verstanden sie zu nutzen.

Schon um 1239 hatte Guntram l. v. Schweinsberg von Landgraf Hermann ll. v. Thüringen, Grafen v. Hessen, das Erbschenkenamt in Hessen für sein Geschlecht erworben, aber erst durch Vertrag vom 24. Juni 1279 öffneten seine drei Söhne Guntram ll., Eberhard und Guntram lll. Schenck dem Landgrafen Heinrich l. v. Hessen für den Kriegsfall ihre Burg Schweinsberg und räumten ihm ein Vorkaufsrecht daran ein, wofür der Landgraf ihre Erbburglehen verbesserte.

Die Schencken hüteten sich aber wohl, den Landgrafen zu grosse Rechte einzuräumen, vielmehr suchten sie sorgsam ihre Unabhängigkeil zu wahren. Als Landgraf Heinrich ll. der Eiserne (1328-1376) versuchte, den hessischen Adel unter die Landeshoheit zu zwingen, sogrten daher auch die Schencken zu Schweinsberg für ihre Sicherheit: wohl in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts verstärkten sie ihre Burg Schweinsberg durch die Anlegung einer von Strebepfeilern gestützten Zwingermauer. Sicherlich ist damals auch schon die erweiterte Ansiedlung "im Tal" ummauert worden, für die Ritter Ruprecht Schenck zu Schweinsberg am 27. Januar 1332 von Kaiser Ludwig dem Bayern Frankfurter Stadtrecht, einen Wochenmarkt und das Privileg zur Ansiedlung von vier jüdischen Handelsleulen erlangt hatte. Ruprecht erhielt diese Privilegien "durch der dienst willen die er uns und dem rych getan hat und noch tun sol und mach".

Durch Vertrag vom 21. November 1421 mit Landgraf Ludwig l. dem Friedsamen (1413-1458) wurden die Streitigkeiten mit den Landgrafen wieder beigelegt, die Schencken öffneten Ludwig I. ihre Burg Schweinsberg und erhielten dafür das halbe Gericht Kirtorf am Rotenberg

Am 6. September 1442 schlichteten Simon v. Schlilz, Helwig v. Rückershausen, Johann v. Dernbach und Siegfried v. Nordeck wieder die Irrungen zwischen Erzbischof Dietrich v. Mainz und den Schencken zu Schweinsberg, die Schencken öffneten dem Erzbischof ihre Burg Schweinsberg, dieser verpflichtete sich zur Zahlung von 600 Gulden und zur weiteren Entrichtung der 5O Gulden jährlich. Am 4. März 1459 schliesslich bestätigte Landgraf Ludwig ll. der Freimütige (1458-1471) als Ältester der hessischen Brüder den zwischen seinem Vater Ludwig l. und den Schencken zu Schweinsberg geschlossenen Vertrag von 1421 und be lehnte die Schencken mit dem Erbschenckenamt und ihrem Teil des Zehnten zu Kirchhain.

Um 1482 liessen die Schencken ihre Burg Schweinsberg durch den landgräflichen Festungsbaumeister Jakob v. Ettlingen nochmals nach den neuesten Erfordernissen der Kriegsführung erweitern.

Die damals entstandenen gewaltige äußere Zwingermauer wird von drei halbrund vorspringenden, kasemattierten Türmen flankiert.

Als vierter steht der mächtige Hexenturm mit seinen drei Stockwerken schützend vor der Kemenate und bedroht gleichzeitig die Stadt zu seinen Füssen. Das Tor an der Nordseite, dessen viereckiger Torturm wohl im dreissigjährigen Krieg zerstört wurde, trägt die Jahreszahl 1482.

Diesem Haupttor ist eine rechteckige Vorburg vorgelagert, deren Eingangstor von einem runden Wehrturm gedeckt wird. Auch nach diesem Ausbau der Burg konnten zwar die Landgrafen ihr alles Öffnungsrecht erneuern, aber noch um 1540 muss Philipp der Grossmütige an den Grafen Bernhard v. Solms schreiben:

(Quelle: www.schweinsberg-ohm.de)