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Burgen und Schlösser
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Schloss Nischwitz

prächtiges Rokkokoschloss
Die Geschichte der Gemeinde Nischwitz reicht bis in das späte Mittelalter zurück. Bereits im 11. Jahrhundert findet in der "Neuen Sächsischen Kirchengalerie" ein Rittergut Erwähnung. 1450 verlieh die Familie von Nischwitz mit Erwerb von Rittergut und Ort diesen ihren Namen.

Nach dem Verfall des Rittergutes veranlasste der sächsische Kammermeister und Freiherr von Rackwitz 1714 den Neubau einer Schlossanlage, der 1721 fertiggestellt wurde und daraufhin mehrfach den Besitzer wechselte. Schließlich erwarb 1743 Reichsgraf Heinrich von Brühl, der spätere Premierminister unter Kurfürst August dem Starken, den Besitz und beauftragte den Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel mit einem umfangreichen Um- und Ausbau der Schlossanlage.

Somit entstand bis 1750 eines der prächtigsten Rokkokoschlösser in Sachsen, das in seiner Gesamtheit mit großzügiger Hofanlage sowie Orangerie und Verwaltungsgebäuden und dem sich an die Gartenseite anschließenden Schlosspark erhalten geblieben ist. Die Innenausstattung der Sommerresidenz des Grafen Brühl mit Gebrauchs- und Ziergegenständen war überaus kostbar und konnte leider nicht bis heute erhalten werden.

Wand- und Deckenmalereien aus dem Spätbarock finden sich heute noch im Gartensaal mit mythologischen Szenen sowie im Festsaal und dem dazugehörigen Vorsaal mit Darstellungen von Jagdimpressionen. Diese Arbeiten werden dem Maler Stefano Torelli vom Dresdner Hof zugeschrieben.

Der Graf von Brühl

Der Siebenjährige Krieg setzte bald dem Leben auf Schloß Nischwitz ein Ende, als 1758 preußische Truppen das Anwesen einnahmen und plünderten. Überlieferungen zufolge ist dabei die Brandschatzung des Schlosses nur durch das couragierte Einwirken des Nischwitzer Dorfpfarrers auf die feindlichen Befehlshaber verhindert worden. Nach dem Tode des Grafen Brühl verkauften dessen Erben den Besitz an den Leipziger Juristen Phillip Heinrich Lastrop. Nach weiteren Besitzerwechseln wurden Anfang des 19. Jahrhunderts umfangreiche Umbauten im Erdgeschoß vorgenommen.

So wurde das barocke Treppenhaus durch eine repräsentative, dem Geschmack der Zeit entsprechende, spätklassizistische Treppenanlage ersetzt und mit großflächigen Wand- und Deckengemälden versehen. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde der Schlosspark neu gestaltet und erhielt dabei seinen englischen Charakter mit heute verfallenen Teepavillons sowie steinernen Statuen und Vasen. Die Familiengruft derer von Ritzenberg wurde 1848 in Form eines dorischen Tempels im eichenbestandenen Park errichtet.

Nachdem Schloß Nischwitz den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt überstanden hatte, wurde der Besitz verstaatlicht und in ein Alten- und Pflegeheim umgewandelt. Der bedrohlich fortschreitende bauliche Verfall des Schlosses konnte während dieser Zeit nur notdürftig aufgehalten werden und seit Beginn der 80er Jahre versuchte eine Gruppe polnischer Restauratoren mit einer denkmalpflegerischen Bestandsaufnahme ein Konzept zur Rettung des Schlosses zu erarbeiten. Dabei konnte die Gartenfront weitgehend originalgetreu restauriert werden.

Die Privatisierung von Schloß Nischwitz Anfang der 90er Jahre ermöglichte die schrittweise Wiederherstellung der spätbarocken Schloßanlage. So konnte bisher die Fassade der Hoffront und die angrenzenden Gebäude von Orangerie und Verwaltung komplett restauriert und teilweise ihrer neuen Nutzung als Wohnungen übergeben werden. Doch auch im Inneren fanden umfangreiche Restaurationsarbeiten an Decken- und Wandgemälden statt. Die Wiederherstellung des prachtvollen Treppenhauses bildet dabei bisher den Höhepunkt auf dem Weg der vollständigen Restaurierung eines der bedeutendsten sächsischen Kulturgüter.

(Quelle: www.schloss-nischwitz.de)



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