Schlösser und Burgen
   

Blog Blog

Deutschland Deutschland (809)
Baden-Württemberg Baden-Württemberg (50)
Bayern Bayern (100)
Berlin Berlin (1)
Brandeburg Brandenburg (1)
Bremen Bremen (1)
Hamburg Hamburg (0)
Hessen Hessen (161)
Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern (15)
Niedersachsen Niedersachsen (114)
Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen (252)
Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz (0)
Saarland Saarland (0)
Sachsen Sachsen (16)
Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt (34)
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein (7)
Thüringen Thüringen (57)
Deutschland Tschechische Republik (9)

Städte/Gemeinden Städte/Gemeinden

Postleitzahlen (PLZ) Postleitzahlen (PLZ)

Fotogalerie Fotogalerie

Burg Grubenhagen
Burgen und Schlösser Geschichte

Burgen und Schlösser Besichtigung, Museum

Burgen und Schlösser Hotel, Restaurant, Café

Burgen und Schlösser Fotos anschauen

Schlösser und Burgen

 



Burgen und Schlösser
Schlösser und Burgen


Burg Grubenhagen

wo 1625 Tillys Armee 11 Fass guten Einbeckschen Bieres fanden
Die südwestlich von Einbeck auf einem 300 Meter hohen Ahlsburg-Rücken liegende Burg Grubenhagen wird erstmals 1263 urkundlich erwähnt. Erbaut wurde sie vermutlich durch die Grafen von Dassel zur Zeit Heinrichs des Löwen (1129 bis 1195). Nach dieser Einschätzung ist die Burganlage somit über 800 Jahre alt. Der Kern der Anlage besteht heute aus einem ovalen Plateau. Als letztes Überbleibsel des Mittelalters ragt der 18 Meter hohe Bergfried weithin sichtbar ins Ilmebecken und Leinetal. Bei einem Durchmesser von etwa sieben Metern und mehreren eingezogenen Holzböden hatte der Wehr- und Fluchtturm neben Rückzugsmöglichkeiten auch Ausblick zu bieten.

Der Grubenhagen hat im Laufe der Jahrhunderte auch schwere Kämpfe erlebt, und seinen festen Mauern ist oft hart zugesetzt worden. Alten Unterlagen ist zu entnehmen, dass die Bewohner der Burg Grubenhagen als nicht besonders friedfertig angesehen wurden. So beschwerte sich 1383 der Rat der Stadt Hildesheim beim Herzog Albrecht über die von der Burg Grubenhagen ausgehenden Angriffe auf Reisende und bat darum, die Ausfälle zu unterbinden. Das herausragende Ereignis in der Geschichte des Grubenhagens ist die vierwöchige Belagerung der Burg im Jahr 1448. Heinrich III. als damaliger Burgherr hatte sich nach einem Einfall in die Gegend um Hofgeismar mit Beute und Geiseln auf den Grubenhagen zurückgezogen. Der geschädigte Landgraf von Hessen brachte eine beachtliche Zahl von Verbündeten gegen den Feind zusammen. Es sollen über 1.500 Wagen, 2.000 Pferde und 16.000 Mann als Belagerungstruppen vor der Burg zusammengezogen worden sein.

Dass diese Truppen versorgt werden konnten, dafür sorgten der Landgraf von Hessen und die vor der Burg befindlichen welfischen Herzöge in einer während der Belagerung "ante castrum Grubenhagen" ausgestellten Urkunde, die Händler heranzog. Allein die Stadt Göttingen soll rund 1.000 Mann gesandt haben. Der imposanten Streitmacht gelang es nicht, trotz kräftigen Beschusses die Burg zu bezwingen, was vornehmlich an der Uneinigkeit der Belagerer lag. Man konnte sich nicht darüber verständigen, was nach einem erfolgreichen Sturm geschehen sollte. Hinzu kam noch, dass das Geschütz "Make Frede" bei seinem Einsatz zersprang, so dass die Feinde zwei Tage nach Mariä Himmelfahrt wutentbrannt abzogen. Die enttäuschten kriegerischen Truppen verwüsteten bei ihrem Abzug die in der Nachbarschaft des Grubenhagens liegenden Dörfer. Die Siedlungen Altendorf, Reinsen, Bensen und besonders Rotenkirchen gingen in Flammen auf. Nach Letzner ist Heinrich III. auf dem Grubenhagen gestorben.

Von 1446 an bewohnte Herzog Philipp der Ältere von Grubenhagen die väterliche Burg. Nach einigen Jahren wählte er jedoch Herzberg zu seiner Residenz und brachte dort die meiste Zeit seiner langjährigen Regierung zu. Nicht zuletzt wohl wegen der beschwerlichen Versorgungswege zur Burg wurde um 1520 der Grubenhagen als Wohnsitz weitgehend aufgegeben. Dafür wurde Rotenkirchen, das seit 1448 verwüstet war, als Versorgungshof und Wohn- und Verwaltungssitz wieder aufgebaut. Herzog Philipp der Ältere starb zu Herzberg 1551, er wurde in der St. Ägidienkirche zu Osterode beigesetzt. Seine Söhne setzten in Rotenkirchen das Werk des Vaters fort und verschönten es durch die Anlage eines Parkes, richteten eine Kirche ein und erbauten das Brauhaus, aus welchem später das Schweinehaus wurde. Noch heute ist an einem Balken an der Ostseite des früheren Brauhauses folgende Inschrift zu lesen: P.D.G.D.B. et L. 1569. (Philippus Dei gratia dux Brunsvicensis et. Lüneburgensis ...Philipp von Gottes Gnaden, Herzog von Braunschweig und Lüneburg 1569).

Nach H.E. Harland setzte Einbeck eine Beschwerdeschrift in Cirkulation, worin es unter anderem heißt, dass sich noch nie eine adelige und ritterliche, geschweige denn eine fürstliche Person mit einem solchen bürgerlichen Gewerbe befasst habe, und dass die Stadt zu Grunde gehen müsse, wenn ihre Brauereien ruiniert würden, woran dem Herzog noch nichts gelegen sein könne. Infolgedessen wurde ein Städtetag zu Braunschweig angeordnet und eine Vorstellung an Herzog Philipp beschlossen und entworfen mit der Bitte, die fürstlichen Brauereien zu Rotenkirchen und Catlenburg eingehen zu lassen, auch die Biersteuer in Einbeck aufzuheben. Die fürstlichen Brauereien seien den Konstitutionen des Landes entgegen und ein Bierzwang gefährde die Freiheit der Unterthanen. Nach längeren Auseinandersetzungen endete der fünfjährige Bierkrieg schließlich 1579 mit einem Vergleich. Darin wird Herzog Philipp genehmigt, zu seinem Bedarf jährlich vier Gebräue in der Stadt Einbeck zu halten. Der Betrieb der Rotenkirchener Brauerei wurde eingestellt. Nur einmal noch (1617) versuchte man es, sie wieder in Gang zu bringen; allein durch den bald ausbrechenden Krieg ging sie nur zu schnell wieder zu Grunde.

Mit dem Tode Philipps II. 1596 starb die Grubenhagensche Linie (Hannoversche Welfen) aus. Die Burg Grubenhagen blieb sich selbst überlassen. Von 1596 bis 1816, also 220 Jahre lang, wurde Rotenkirchen von fürstlichen Personen nicht bewohnt. Während des Dreißigjährigen Krieges zogen kriegerische Horden durch die Lande und suchten auch in der zwischenzeitlich bereits verfallenen Burgruine nach Schätzen. 1625 wurden Tillysche Reiter im Keller der Burg fündig. Sie entdeckten elf Fass besten Einbecker Beires, die dort schon 100 Jahre gelagert haben sollten. Über die Wirkung des Bieres wird in der Chronik nichts berichtet, es heißt nur, dass es einem Weine gleich und sehr stark gewesen sein soll. Die Burganlage verfiel immer mehr, die Gebäude wurden abgebrochen und die Steine ins Tal transportiert, wo sie bei der Einrichtung neuer Wirtschaftsgebäude Verwendung fanden. Lediglich der Bergfried überstand einigermaßen stabil die Jahrhunderte.

In den Jahren 1815/16 nimmt Herzog Adolf Friedrich von Cambridge Besitz von der Domäne Rotenkirchen, die sich im Laufe der Jahre zu einer der angesehensten und wichtigsten Domänen im Lande entwickelt hatte. Als Vizekönig von Hannover lässt der Herzog den zweistöckigen Fachwerkbau des Herrenhauses zu einem eleganten Jagdschloss umgestalten, und zwar durch den bekannten Baumeister Georg Ludwig Laves. Zur gleichen Zeit lässt der Herzog auf dem Grubenhagen an den noch vorhandenen Burgturm einen Pferdestall anbauen, um während der Jagden in der Ahlsburg Unterstellmöglichkeiten für Pferde und Bedienstete zu haben. Die Zuwendungen zur Burg und der Burgplatz wurden wieder hergerichtet. Von 1816 bis 1866 war Rotenkirchen Sommerresidenz der Könige von Hannover. Während dieser Zeit besuchten die königlichen Herrschaften häufig auch den Grubenhagen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Burganlage sich weitgehend selbst überlassen, der Verfall ging weiter, die Tür zum Turm wurde zugemauert, so dass ein Besteigen nicht mehr möglich war.

Ab 1977 kümmert sich der aus einer Bürgerinitiative hervorgegangene Burgverein Grubenhagen um die Burganlage. In unzähligen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden treuer Mitglieder, unterstützt durch Geld- und Sachspenden eines engagierten Freundes- und Förderkreises, wurde der Bergfried wieder hergerichtet, er konnte 1982 nach dem Einbau einer Treppe zur Besteigung freigegeben werden. Der »königliche« Pferdestall wurde renoviert und mit einem Spitzdach versehen.

(Quelle: www.burg-grubenhagen.de)