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Schloss BedburgDas Wasserschloss an der Erft
Die erste urkundliche Bezeugung der Burg stammt aus dem Jahre 1240. Besitzer waren die Herren von Bedburg, deren erster erwähnter (1112) Vertreter Liudolf (Ludolf) von Betbure war (1120 verstorben).
1225 taucht mit Friedrich von Bedburg (Graf von Hückeswagen) der erste der Reifferscheids auf (vermutlich über die weibliche Erbfolge). 1240 wurde die Burg Bedburg durch Erzbischof Konrad von Hochstaden (Erbauer des Kölner Doms) im Zuge der Kämpfe mit den Grafen von Jülich erobert. 1242 aber wechselte das Kriegsglück und Konrad wurde festgenommen und mußte eine neunmonatige Haft in Burg Nideggen erdulden (sein Nachfolger Engelbert von Falkenburg mußte nach einer Niederlage sogar 3 Jahre in Nideggen schmachten). 1278 nutze Erzbischof Siegfried von Westerburg den Tod des Grafen Wilhelm von Jülich (in Aachen mit seinem Sohn erschlagen), um Kaster zu zerstören und Bedburg zu erobern. Aber der Erbfolgestreit um das Herzogtum Limburg führte zur Schlacht von Worringen, in der der Erzbischof gegen den die Koalition des Grafen von Jülich unterlag und ein Jahr als Gefangener des Grafen von Berg verbringen mußte. 1291 wurde Johann II von Reifferscheid vom Erzbischof Siegfried von Westerburg mit der Burg belehnt (dieser hatte sie durch die Gräfin Mechthild von Sayn geerbt) und errichtete eine neue Burg. Seit dieser Zeit bestand eine dauerhafte Verbindung zwischen Bedburg und Kurköln, obwohl die Bedburger und auch Johann in der Schlacht von Worringen (1288) noch auf Seiten des Jülicher Grafen gegen den Kölner Erzbischof gekämpft hatten. 1403 kam Bedburg und das Schloß durch weibliche Erbfolge an die Grafen von Limburg und 1425 an die Grafen von Neuenahr. 1416 beteiligten sich die Herren von Reifferscheid an Straßenräubereien, so daß Kölner Truppen vordrangen und Bedburg zerstört wurde. Erst 1495 beendete der "ewige Reichsfriede" die Zeit der Räubereien. 1555, nach dem Augsburger Religionsfrieden (lutherische und katholische Religion gleichberechtigt nebeneinander - aber die Landesherren konnten die Religion ihrer Untertanen bestimmen; dies galt allerdings nicht für "geistige Staaten" wie z.B. Kurköln) versuchte Hermann von Neuenahr, in Bedburg die evangelische Religion einzuführen. 1578 starb Hermann kinderlos und nun stritten zwei um das Erbe: Graf Werner von Salm-Reifferscheid-Dyck (da Bedburg früher im Besitz der Reifferscheids gewesen war) und Graf Adolf von Neuenahr-Alpen (hatte eine Schwester von Hermann geheiratet). Zunächst eroberte Werner die Burg, konnte aber dem Ansturm von Adolf (1579) nicht standhalten: er geriet in eine zehnmonatige Gefangenschaft. Der kölnische oder auch Truchsessische Krieg (1582 - 1584) begann durch den Versuch des Erzbischofs und Kurfürst von Köln, Gebhard Truchseß von Waldburg, die Reformation durchzusetzen (aus reinen weltlichen Interessen), unterstützt von seinem Freund Adolf von Neuenahr. Darauf wurde er durch das Domkapitel in Köln für abgesetzt erklärt und durch Ernst von Bayern ersetzt. Dies führte zum Krieg, in den auch Bedburg mit hineingezogen wurde. In Bedburg residierte Martin Schreck von Herzogenrath als Kommandant des Gebhard und machte die Gegend unsicher. Ernst von Bayern erschien vor Bedburg und eroberte die Stadt. Die Burg aber verteidigte sich hartnäckig. Erst am 9.März 1584 kapitulierten die letzten 100 Mann, wobei Schreck freier Abzug gewährt worden war (unter der Bedingung, drei Monate nicht gegen die Bayern zu kämpfen). Kaum aber waren er und seine Soldaten aus dem Schloß, wurde er von einem Oberstleutnant Löchlin angegriffen, wobei einige zu Tode kamen. Löchlin wurde angeklagt und mußte seinen Dienst quittieren, die meisten der Bedburger Verteidiger traten in die Dienste der Bayern ein (Schreck allerdings nicht; er wurde in Ehren entlassen). 1584 gelangte das Schloß nach den heftigen Kämpfen wieder in den Besitz der Grafen von Salm-Reifferscheid-Dyck, der auf der Seite der Bayern gekämpft hatte, wo es bis 1794 blieb (trotz eines Rechtsstreites mit den Neuenahrer Erben vor dem Reichskammergericht in Wetzlar, der bis 1806 dauerte). 1586 spielte die nun wieder katholische Besatzung Bedburgs eine üble Rolle bei dem Überfall auf einen Reiskonvoi bei Junkersdorf, bei dem die Jülicher Bewachung überwältigt und die Reisenden ausgeplündert wurden. Zurück blieben hundert Tote und zweihundert Verletzte. 1642 wurde Bedburg im Zuge des Dreißigjährigen Krieges durch hessische Truppen besetzt (evangelisch); als ihr französischer General Dupadel von Bauern aus dem Schloß beschossen wurde, wurde die Stadt in Brand gesetzt und das Schloß geplündert. Bis 1650 quartierten sich dann schwedische Söldner im Schloß ein. 1794 wurde das Rheinland von den Franzosen erobert; Altgraf Sigismund von Salm-Reifferscheid war geflohen, kehrte aber nach Bedburg zurück und starb 1798. Danach wurde Bedburg als Nationalgut von den Franzosen beschlagnahmt (1801 Frieden von Lunéville - Abtretung der linksrheinischen Gebiete). Dies bedeutete das Ende der Herrschaft Bedburg. 1835 schlossen sich katholische rheinische Adelsfamilien unter der Leitung des Freiherrn (Grafen) Johann Wilhelm von Mirbach zur "Genossenschaft des rheinischen ritterbürtigen Adels" zusammen und erwarben 1839 das Schloß, um eine Schule für nachgeborenen adelige Söhne zu gründen - eben die Ritterakademie (Eröffnung 1842). Ab 1851 erfolgte die Öffnung für bürgerliche Schüler, die in dem neu errichteten Internat (westlich vom alten Schloß gebaut) wohnen mußten. 1922 wurde das Schloß an die Gewerkschaft Neurath (Braunkohlenunternehmen) verkauft. 1924 kam es dann nach Verhandlungen zwischen Preußen und der Stadt zur Übernahme der Ritterakademie durch die Stadt auf Mietbasis und zur Gründung des Realgymnasiums (die Villa Silverberg, die seit 1913 Sitz des Bürgermeisters war, diente seitdem als Internat). 1939 wurde das Gymnasium nach Bergheim verlegt, die Bedburger Schule wurde zur Zubringerschule "degradiert". 1959 kam das Schloß durch Übernahme der Gewerkschaft Neurath an die RAG (Rheinische AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation); 1961 wurde im Schulbau die Bedburger Realschule eingerichtet, die aber nur bis zur Errichtung ihres Neubaus 1968 die Räume benutzte. (Quelle: www.bedburg.de)
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