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Burg LudwigsteinArchiv der deutschen Jugendbewegung
Gründung
Aus Rechnungen im Staatsarchiv Marburg geht hervor, daß die Burg ab Sommer 1415 von hessischen Dienstleuten errichtet wurde. Die Burg war eine planmäßige Gründung der Landesregierung. Ludwigstein an der Werra, Ludwigsaue an der Fulda und Ludwigseck am Knüllgebirge: diese drei Häuser, die den Namen des jungen Landgrafen Ludwig 1. (1402-1458) erhielten, waren feste Punkte an umstrittenen Grenzen. Die mittelalterliche Geschichte Hessens war bestimmt vom Kampf mit dem Erzbistum Mainz um die territoriale Vorherrschaft. Seit 1405 gab es zwar Friedensverträge zwischen den Kontrahenten, doch blieb der Burgenbau an strategisch wichtigen Stellen eine Maßnahme der Regierungen zur inneren und äußeren Befriedung des Landes. Gegenüber dem Ludwigstein begann das Eichsfeld, eine kurmainzische Exklave, mit der Grenzburg Hanstein. Diesem Umstand verdankt die Burg Ludwigstein ihre Entstehung als Sitz eines Amtmannes und Mittelpunkt der Verwaltung und Gerichtsbarkeit im hessischen Werra-Gebiet. Hessischer Amtssitz Am 28. April 1416 wurde Hans von Dörnberg als erster Amtmann auf Burg Ludwigstein verpflichtet. Am selben Tag wurde ihm das (1361 zum erstenmal erwähnte) Amt Witzenhausen unterstellt. Dies war die Geburtsstunde des hessischen Amtes Ludwigstein; bis 1664 blieben die Burg und das Amt miteinander verbunden. Zu der reichen Ausstattung des neuen Amtes gehörten nach einem Verzeichnis von 1466 Ländereien und Einkünfte in den Dörfern Oberrieden, Wendershausen, Hilgershausen, Hundelshausen, Weißenbach, Roßbach, Kleinalmerode, Bischhausen und in der Stadt Witzenhausen; im 16. Jahrhundert kamen weitere Dörfer um Witzenhausen, Eichenberg und Friedland hinzu, für die Ludwigstein damit zugleich Gerichtssitz war. Hans von Dörnberg, vorher hessischer Marschall und Amtmann in Homberg an der Efze, versah seinen Dienst auf Burg Ludwigstein bis etwa 1421. Ihm folgte eine lange Reihe hessischer Adliger in derselben Funktion. Klangvolle Namen, wie Diete, Meisenbug, Buttlar, Berlepsch, Herda, Boyneburg, Hanstein und Steinberg, tauchen in Urkunden und Rechnungen als Amtmänner, aber auch als Pfandinhaber auf. Die geldbedürftigen Landgrafen mußten nämlich immer wieder ihre Ämter, so auch den Ludwigstein mit seinen Einkünften, für kurze oder längere Zeit verpfänden. 1627 gelangte das Amt Ludwigstein an die "Rotenburger Quart", das von Moritz von Hessen seiner zweiten Gemahlin Juliane von Nassau-Dillenburg und den Kindern aus dieser Ehe überlassene Viertel des Landes. Damit machte die Burg eine der zahlreichen Teilungen Hessens mit, die aus den privatrechtlichen Bedürfnissen des Herrscherhauses entstanden. Nach dem Aussterben der mit diesem kleinen, nicht souveränen Fürstentum versorgten Nebenlinie kam auch Ludwigstein 1834 wieder in den Besitz des Haupthauses Hessen-Kassel. Domänenverwaltung Während der mehr als zweihundertjährigen Zugehörigkeit zur Rotenburger Quart erlebte die Burg einen Bedeutungswandel. 1664 wurde das Amt Ludwigstein mit dem Schultheißenamt Witzenhausen vereinigt; die Burg verlor damit ihre Eigenschaft als Sitz von Verwaltung und Gericht und als Residenz eines landesherrlichen Amtmannes. Landwirtschaftliche Pächter mit ihren Familien und ihrem Gesinde bewohnten nun den Ludwigstein, bis auch sie den Berg verlassen und um 1830 den Sitz der nunmehrigen Domänenverwaltung in einem neuen, bequemeren Haus in Wendershausen einrichten durften. Es gab während des 19. Jahrhunderts noch verschiedene Versuche, die Burg zu nutzen: als Brauerei, als Schafstall, als Lagerhaus. In einem Vertrag von 1882 wurde der Ludwigstein jedoch als "für wirtschaftliche Zwecke entbehrlich" aus der Unterhaltsverpflichtung der Domäne entlassen, was die endgültige Preisgabe der Außenburg und den beginnenden Verfall der Innenburg bedeutete. (Quelle: www.burgludwigstein.de)
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