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Schloss Derneburg

Vom Kloster zum Schloss
Am Anfang der Geschichte des Klosters Derneburg steht ein Mord, den der Graf Hermann von Winzenburg an seinem Lehnsmann Burchard von Loccum begangen hat. Aus Söhne für diese Tat übertrug er 1143 seinen Hof in Derneburg dem Bischof Bernhard von Hildesheim mit dem Wunsch, "dass an diesem Orte für das Gedeihen der heiligen Religion vom Bischöfe Maßregeln genommen und befestigt würden". Diese Maßregeln ließen aber noch 70 Jahre auf sich warten, erst 1213 übergab der Bischof Hartbert den neuen kirchlichen Besitz seiner Bestimmung, indem er den Konvent der Augustiner-Nonnen aus Holle nach Derneburg verlegte. In den nächsten 100 Jahren vollzog sich eine beispiellose Macht- und Besitzerweiterung des Klosters Derneburg, das Grundstöcke und Zehntabgaben der umliegenden Dörfer erstand. So erwarb das Kloster in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ganz Astenbeck, sorgte nach und nach für die Umsiedlung, bzw. Vertreibung der Bauern nach Grasdorf und Heersum und übernahm das 1327 ganz verlassene Dorf als klösterliches Gut.

Der übermäßige Reichtum führte in den Folgejahren zu einer schlechten Wirtschaft und einem verschwenderischen und unabhängigen Leben der Klosterschwestern. Anfang des 14. Jahrhunderts verarmte das Kloster, und die Schwestern hielten die klösterlichen Sitten immer weniger ein. Anfang des 15. Jahrhunderts versuchte der Reformator Johannes Busch, den Nonnen ihr "höchst ungebundenes Leben", das "aller Klosterzucht Hohn" sprach, auszutreiben. Er entging nur knapp einem Mordanschlag, der den Augustinerinnen zur Last gelegt wurde. Sein Nachfolger Heinrich Barnten, der Abt von Marienrode, ließ das Kloster im Jahr 1443 kurzerhand räumen und übergab es dem Reform-Orden der Zisterzienserinnen.

Die weltlichen als auch religiösen Kriege machten dem Kloster Derneburg in den nächsten Jahrhunderten schwer zu schaffen. Mit der Reformation wurde es in ein lutherisches Kloster umgewandelt, das sich bis ins 17. Jahrhundert im Besitz der Herzöge von Braunschweig befand. Als es dann wieder in die Hände des Bischofs von Hildesheim zurückkam, waren die Gebäude dem Einsturz nahe und das Kloster hoch verschuldet. Den Grundstein für den noch heute sichtbaren Reichtum Derneburgs legten nun die eifrigen Mönche des Zisterzienserordens, unter denen sich der Abt Arnu durch seine Baufreudigkeit besonders auszeichnete. Unter seiner Verwaltung wurde 1735 der Grundstein für den Neubau der barocken Klosterkirche gelegt und die landwirtschaftlichen Gebäude der Domäne errichtet.

Mit der Auflösung des Klosters im Jahr 1803 durch die Preußen wurde Derneburg zu einer preußischen Domäne, die 4 Jahre später französische Truppen besetzten. Beide plünderten den reichen Besitz restlos aus, und als Derneburg mit dem gesamten Bistum Hildesheim nach dem Wiener Kongress 1814 an das welfische Königreich fiel, fand der neue Besitzer, Graf Ernst zu Münster, das ehemalige Kloster in einem völlig verwahrlosten Zustand vor. Der reiche Grundbesitz garantierte ihm dennoch eine vertraglich garantierte jährliche Einnahme von 6000 Talern.

(Quelle: www.glashauskultur.de)



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