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Schloss DenstedtBurganlage im Weimarer Land
Auf den Spuren der Geschichte führen die Wege zu Schloss Denstedt mit seiner malerischen Anlage welche auf eine weit über 1000-jährige Geschichte zurückblicken kann. Leider befindet sie sich derzeit, durch die "kulturbewussten" DDR-Zeiten in einem sanierungsbedürftigen Zustand.
Zur Burganlage gehören die Kernburg mit dem imposant in den Himmel ragenden Bergfried, dem angrenzenden Wehrgang, dem Palas - der ehemaligen Frauenkemenate, und einem nachträglich angebautem Schlossanbau. Weiterhin befinden sich die alte Gerichtsbarkeit, und das Amtmannhaus auf dem Gesamtareal der Burganlage. Eine phantastische Parkanlage mit kleinem Bachlauf, ehemals angelegt im englischen Stil, grenzt unmittelbar an die Burganlage an. Die erste urkundliche Erwähnung mit der Überlassung des Zehnten an das Kloster Hersfeld erfährt die Burg als Domäne Karls des Großen im Jahr 775. Dabei gibt allerdings die Bezeichnung "Dannistadt im Altgau" auch Anlass hierbei Tennstedt (bei Bad Langensalza) zu vermuten. Eine sichere Zuordnung für das heutige Denstedt gibt es erst aus dem Jahre 874. Auf einer Urkunde vom 18. Mai desselben Jahres "bestätigt König Ludewicus, dass Erzbischof Liugerdus von Mainz mit dem Abte Sigehardus von Fulda über den Zehnten in gewissen Orten Thüringens verfügen kann". Hier sind ausdrücklich Duenestat (Tennstedt) und Denesteti (Denstedt) getrennt aufgeführt. In den folgenden Jahrhunderten sind die Namen für das Dorf und die Burg Denstedt sehr unterschiedlich aufgeführt: Thegenstede (1170), Deginstete (1249), Deinstete (1250), Deynstete (1252), Denstete (1286), Dinstete (1422), und endlich erstmals 1548 Denstedt. Der Name geht dabei wohl auf einen Ritter- oder Junkersitz (Thegan / junger Krieger oder Gefolgsmann) zurück. Im Jahre 1249 findet sich der erste sichere Nachweis der Familie von Denstedt, durch die Unterschrift von Witego von Deginstete in einer Urkunde des Klosters Oberweimar. Schon Witego besaß neben Denstedt "Pflegegerichtsbarkeit" über die Dörfer Süßenborn, Rödigsdorf, Schwabsdorf und halb Klein-Kromsdorf. Das Halten des Gerichts über Hals und Hand ermöglichte den jeweiligen Rittergutsbesitzer die Erhebung von Erbzins und anderen Abgaben wie Fronen und die Ablieferung landwirtschaftlicher Produkte. Obwohl die Familie derer von Denstedt nachweislich erst um 1700 ausstarb, so war sie des Eigentums an ihrem Stammsitz schon weitaus früher verlustig gegangen. Die Burg war 1415 durch Ritter Kollern erworben worden, der sie 1422 an Landgraf Friedrich den Friedfertigen verkaufte. Im Jahre 1432 belehnte dieser dann Dietrich von Gans aus Weißensee mit der Anlage, dem Ort und dem Pflegegericht. In den folgenden Jahren nimmt der Herrensitz einen gewaltigen Aufschwung: Die früher entstandenen Bauten des Bergfriedes, des Wehrganges, des Eckzimmers, des Turmes und des davon eingeschlossenen Saales wurden 1530 um den Treppenturm erweitert und im Inneren umgestaltet. Der Familie von Gans, folgten die Familien von Thangel, von Werthern, und schließlich an Herrn Johann Linker von Lützewick, einen Vertreter alten hessischen Adels. Das Schloss, so ist es nunmehr zu bezeichnen, wurde weiter renoviert und ausgebaut und blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts in Linkerschem Besitz. Über die weiblichen Erben der Linkerschen Familie wird der Gutshof weitergegeben. Zuletzt war der mit Mathilde von Wegener, zubenannt Lincker von Lützewick und Niedertiefenbach verheiratete Weimarer Kammerherr von Conta, Besitzer des Anwesens. Im Jahre 1892, erwarb der Rittmeister Koch Burg Denstedt käuflich. Zu dieser Zeit unterlag die gesamte Anlage einer sinnvollen Nutzung und war mit Leben erfüllt. Fast das gesamte Dorf war hier wirtschaftlich und ideell fest eingebunden, der Burg und seiner Nebengebäude wurde eine Achtung entgegengebracht welche Sie auch verdient. Aber mit dem Ende des II. Weltkrieges wurde der Rittmeister Koch durch das neue System enteignet. Danach bestimmte die landwirtschaftliche Nutzung durch das VEG Schöndorf das Bild der Burg, wobei dem baulichen Zustand während der gesamten DDR-Zeit kaum Beachtung geschenkt wurde. Darüber hinaus wurden historisch-wertvolle Bauteile zerstört und die nichtgenutzten Nebenanlagen verfielen einfach. (Quelle: www.ahnenforschungen.de, www.origo-ahnen.de)
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