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WittumspalaisWittums-Sitz für Herzoginmutter Anna Amalia
Jacob Friedrich Freiherr von Fritsch, Minister am Weimarer Hof, ließ das dreiflügelige Palais unter Einschluß von Vorgängerbauten in den Jahren 1767-1769 nach Plänen des sächsischen Landbaumeisters Johann Gottfried Schlegel errichten. 1775 vom Hof als "Wittums-Sitz" für Herzoginmutter Anna Amalia erworben, wurde das Palais für mehr als dreißig Jahre deren Stadtwohnung. Sie ließ es dem Stil der Zeit und eigenem Geschmack folgend im Innern verändern und einrichten. Im Wittumspalais versammelte Anna Amalia an Literatur, Kunst und Wissenschaft interessierte Mitglieder des Hofes, Dichter, Künstler, Gelehrte aus dem gebildeten Bürgertum sowie zahlreiche Gäste aus nah und fern zu Gedankenaustausch, Geselligkeit und künstlerischer Tätigkeit, u.a. in ihrer "Tafelrunde". Zeitweilig tagte in den Gesellschaftszimmern des Palais die von Goethe 1791 ins Leben gerufene "Freitagsgesellschaft". Anna Amalia starb 1807; im gleichen Jahr ging auch das Leben ihrer Hofdame Luise von Göchhausen zu Ende, die die Mansardenzimmer des Palais bewohnt hatte.
Danach nicht mehr ständig bewohnt, diente das Palais zuweilen als Wohnung für Gäste des Hofes. Lediglich der Festsaal und die angrenzenden Räume wurden über Jahrzehnte genutzt: 1808-1848 als Sitz der Freimaurerloge "Anna Amalia zu den drei Rosen", 1833-1848 als Versammlungsort des Landtages, 1848-1861 Domizil des Lesemuseums und als Ateliers, u.a. für den Künstler Friedrich Preller. In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts, ließ der Urenkel Anna Amalias, Großherzog Carl Alexander, das Palais instand setzen, dem Zustand zu Anna Amalias Zeiten entsprechend einrichten und 1875 als Museum eröffnen. Im Februar 1945 durch Bomben schwer beschädigt, konnte es im Goethejahr 1949 wieder eröffnet und in den folgenden Jahrzehnten von Grund auf saniert und sorgfältig restauriert werden. (Quelle: www.weimar-klassik.de)
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