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Schloss Gottesaue

Benediktinerabtei Gottesaue
1094 wurde die Benediktinerabtei Gottesaue als Stiftung des Grafen Berthold von Henneberg und seiner Gattin Luitgart gegründet. Der Sage nach, weil der Graf dort im Hardtwald sein entlaufenes Töchterchen gefunden hatte, nannte er aus Dankbarkeit die Stätte nach Gottes Augen (Gottes Aue), die wunderbar über sein Kind gewacht hatten.

Im 12. Und 13. Jahrhundert war die Blütezeit des Klosters, das zu dieser Zeit unter die Oberhoheit des Hauses Baden gekommen war. Die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage durch Kriege der Schirmvögte gipfelte in der Plünderung und Einäscherung des Klosters 1525.

Markgraf Karl II. ließ an der Stelle der verwüsteten eigentlichen Abtei 1553 ein Schloss errichten. Sein Sohn Markgraf Ernst Friedrich ließ das Schloss im Renaissance-Stil u. a. von dem berühmten Bauleiter Johannes Schoch aus Straßburg erweitern und als Sommerresidenz und Jagdschloss herrichten.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Gottesaue zeitweise wieder katholische Abtei, nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurde Kloster und Schloss aber endgültig zum Kammergut des Markgrafen. 1689 wurde das Schloss durch die Franzosen zerstört, den Wiederaufbau betrieb Karl Wilhelm, der Stadtgründer Karlsruhes.

1735 zerstörte ein abermaliger Brand unbekannter Ursache den inneren Teil des Schlosses. 5 Jahre später erfolgte der nochmalige Wiederaufbau als landwirtschaftliches Gut. Man brach die Türme des 4. Stockes und die Längswände des 3. Stockes ab, d. h. man reduzierte das Gebäude um ein Geschoss. Statt der vorherigen spitzen Türme wurde das Schloss jetzt mit Kuppeln versehen. 1789 errichtete der spätere Großherzog Karl-Friedrich in den Ökonomiegebäuden ein Mustergut für Merinoschafe.

1818 wechselte die Bestimmung Gottesaues erneut: das Schloss wurde zu einer Kaserne umgebaut. Bis 1918 wurde es Standort des Artillerieregiments Großherzog Nr. 14 und für eine Abteilung des Artillerieregiments Nr. 50. Exerzierplatz war das Gelände gegenüber der Lutherkirche von der Durlacher Allee bis zur Bahnlinie. Aufgrund seiner Lage in der entmilitarisierten Zone wurde das Schloss nach Ende des Ersten Weltkrieges zivil als Mietskaserne genutzt. Unter dem nationalsozialistischen Regime zog 1935/36 eine Polizeischule ein, ehe mit Hitlers Verkündung der Aufhebung der neutralen Zone am 7. März 1936 die II. badische Artillerieabteilung stationiert wurde.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude am 7. Juli 1944 bei einem Luftangriff wiederum zerstört. Erst 1961 konnten Konservierungsmaßnahmen zum Erhalt der Ruine eingeleitet werden. Nur der Gewölbekeller und die Hälfte der Außenmauern waren erhalten geblieben. 1978 schließlich fasste man den Entschluss das Schloss zur Nutzung als Musikhochschule wiederaufzubauen. Seit 1989 hat die Staatliche Hochschule für Musik Karlsruhe im Schloss Gottesaue ihren Sitz.

(Quelle: www.karlsruhe.de)



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