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Schloss Wittringen
Wann und von wem hier eine durch Wasser geschützte Ansiedlung gegründet wurde, konnte bis heute nicht erforscht werden.
Die Geschichte des Hauses lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Ritter Ludolfus de Wittringe, ein Bruder des Dietrich de Hurst (Horst im Bruch) wird 1263 als erster urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich hat er die Wasserburg erbaut, während er mutmaßlich in einem Wohnturm hauste, dessen Reste auf dem uralten Bauernhofe Ellinghorst (Horst in den Ellern) zu finden sind. Der geräumige Innenhof ist in seiner ursprünglichen Form noch erhalten, ebenso der Torbogen mit Steinmetzarbeiten. Ritter Ludolfus führte als Wappen einen doppelköpfigen Adler (von Arnsberg tammend) vor 7 Balken (vom Haus Horst a. d. Ruhr, mit Löwe). Das Geschlecht derer von Horst stammte von der Burg Altendorf am anderen Ufer der Ruhr. 1394 wird Heinrich von Brachtbecke (Brabeck) genannt von Wittringe als Besitzer der Burg erwähnt. Die Brabecker behielten ihr Wappen mit den 3 Wolfsangeln bei. Die Stadt Gladbeck hat sie 1929 in ihr Stadtwappen übernommen. 1438 wurde Ernst von Oeffte (Tochtermann des Heinrich von Wittringen) von Herzog Adolf von Kleve mit einer Hälfte erwarb 1446 Dietrich von Westrem (Stammsitz Recklinghausen) durch Kauf. Sein Enkel Rutger von Westrem veräußerte sie später an die Familie von Oeffte, die nunmehr ganz Wittringen besaß. 1540 ging der gesamte Besitz als Verlobungsgeschenk auf das Rittergeschlecht von der Capellen über. 1642 wurde Haus Wittringen von hessischen Söldnern im 30jährigen Krieg gebrandschatz. Aus den Ruinen erwuchs ein zweistöckiger Fachwerkbau. 33 Bauern und Kötter warem dem Hause Wittringen gewinn- und abgabenpflichtig. 1705 kam das Haus an die Familie von Vittinghoff-Schell, die die Grundstücke, Wirtschaftsgebäude samt Mühle verpachtet und das Herrenhaus dem Rentmeister, dann dem Förster überließ. Der letzte Besitzer, Freiherr Friedrich von Vittinghof-Schell (Calbeck bei Goch) verkaufte Wittringen mit allen Baulichkeiten und 450 Morgen Ackerland und Wald im Jahre 1922 für 3,75 Mio. Mark an die Stadt Gladbeck. Die Aus- und Neubauten begannen schon bald. Ursprünglich standen die Gebäude auf 2 Inseln durch eine Pfahlbrücke verbunden. Nach alten Plänen aus dem Archiv des Hauses Hugenpoet wurde das Herrenhaus (heute Museum) in Eichenfachwerk neu aufgebaut. Alte Stuckdecken wurden vor dem Abriß des Altbaues in Gips abgeformt und in ihrer ursprünglichen Form wieder angebracht. Schloßbrunnen, alte Küche und Kamin blieben erhalten. Der heutige turmverzierte Schloßbaus ist an die Stelle der alten Scheune getreten. Er ist im Geist und Stil der niederrheinischen Renaissance gebaut. 1928 wurden Muesum und Gaststätte ihrer Bestimmung übergeben. Haus Wittringen, seine Wald-, Wiesen- und Wasserflächen wurden zur Volkserholungsfläche der Stadt Gladbeck erklärt. Die Gesamtanlage ist seitdem Ziel vieler Besucher aus nah und fern. (Quelle: Informationstafel am Objekt)
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