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Burg Heiligenberg
Der Heiligenberg, eine geschichtsträchtige Erhebung, könnte in vorchristlicher Zeit eine heidnische Malstätte gewesen sein. Archivar Dr. Landau schreibt 1860 über den Heiligenberg, dass der Name sicher nicht von einem Besitztum der Kirche her rühre, eher sei eine Antwort zu finden, wenn man sich dem Ort Gensungen zuwende. Hier befand sich die Malstätte eines der neun alten Centgerichte des Hessengaues und ebenso war hier die Kirche in Gensungen Sitz eines der neun Erzpriester des hessischen Archidiakonats. In Gensungen wurde im Mittelalter eine Kapelle, die St. Albanskapelle, errichtet.
Der Berg selbst hat um 1100 n. Chr. den Grafen von Felsberg gehört. Nördlich des Berges ist der Blick auf Mauerreste des ehemaligen Klosters Eppenberg und die Domäne Mittelhof, Besitz des Landes Hessen, gerichtet. Die Domäne wird heute als Saatzuchtbetrieb geführt. 1181 bis 1186 lässt das Erzbistum Mainz, das in Fritzlar einen festen Platz hat, auf dem Heiligenberg eine Schutzburg gegen die Thüringer Landgrafen errichten. Auf der Burg residieren zunächst die Grafen Henrich und Isfried vom Heiligenberg, aus dem Geschlecht der Ziegenhainer Grafen. 1232 lässt Landgraf Konrad von Thüringen die Burg zerstören. Wolfershäuser Burgmannen müssen im Auftrag des Erzbistums die Burg wieder aufbauen. 1273 nach einem 40-jährigen Frieden, lässt Landgraf Heinrich I. von Hessen die Burg endgültig zerstören. 128 Jahre liegen die Mauerreste im Dornröschenschlaf 1401 bis 1403 wird die Burg in kleinem Stil von den hessischen Landgrafen aufgebaut und Amtleuten besetzt, u.a. von Henne und Hermann Riedesel. 1413 bis 1439 erhält Henne von Wehren die Burg als Lehen übertragen. 1453 befindet sich die Burg in einem baulich schlechten Zustand und wird danach dem Verfall preisgegeben. 1471 unternimmt der Landgraf Ludwig II. von Hessen noch einen Versuch die Burg notdürftig zu erhalten. Die Karthäuser Mönche vom Kloster Eppenberg werden beauftragt eine Kapelle zu erneuern und allwöchentlich für den Landgrafen eine Messe zu lesen. Wenig später mochten sich die Mönche nicht mehr der Mühe unterziehen, die Höhe des Berges zu erklimmen. Die Burg verfällt immer mehr und wird mit der Zeit von Bäumen und Büschen überwuchert. Nur gelegentlich verirrt sich ein Wanderer auf die Höhe des Berges. 1761 beziehen französische Truppen für etwa sieben Wochen die Bergkuppe. Im Edertal finden Scharmützel statt. Am Hang des Heiligenberges, an der Strasse von Gensungen nach Heßlar und hinter dem Mittelhof legen die Franzosen Erdbefestigungen (Schanzen) an. Für 100 Jahre ruht das Leben auf dem Berg. 1860 gründet sich ein Heiligenberg-Club. Wanderwege, Schutzhütten und Wegemarkierungen werden angelegt. 1866 bis 1873 lässt Forstmeister Faber etwa 9 ha Fläche des Berges aufforsten. Das Ergebnis der Aufforstung ist heute noch zu erkennen. Um 1880 finden auf der Festwiese am Heiligenberg Volksfeste und Bergturnfeste bis noch etwa 1955 statt. Der Berg wird mehr und mehr zum Ziel von Wanderern. 1885 baut der Heiligenberg-Club, Mitglied im Niederhessischen Touristenvereins, auf dem Berg eine kleine Wirtschaftshalle, später eine grössere Halle und eine Schutzhütte für Wanderer. 1902 wird ein 8 m hoher hölzerner Aussichtsturm errichtet. 1924 ist der Turm baufällig. (Quelle: www.heiligenbergverein.de)
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