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Haus Hue de GraisNationales Kulturdenkmal
Wolkramshausen kann, wie auch viele andere ländliche Gemeinden in der Nähe, auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken. Es gehört zu den Siedlungen, die bereits die Karolinger gründeten. Die erste urkundliche Erwähnung von Wolfgrimeshusen fand bereits 834 n.Chr. statt. Demnach wurde die Ortschaft vor allem als befestigte Anlage zwischen den Sümpfen an der Wipper angelegt.
Erst unter Heinrich I. wurde Wolkramshausen als Königsgut, das zum Kloster Fulda gehörte, wieder erwähnt. 1307 schenkten dann die Grafen zu Hohnstein dem Kloster Ilfeld das Patronatsrecht zu Wolcerameshusen. In der Folgezeit wurden die umliegenden Güter verpflichtet, Fuhrleistungen von Wolkramshausen über die Wöbelsburg, einer nahe gelegenen Anhöhe zu erbringen. Noch heute sind die Einschnitte in den Wald als Hohlwege deutlich zu erkennen. Nachdem 1231 der Abt des Klosters Walkenried gegen die Zahlung von 12,5 Pfund Silber und 22 Scheffel Getreide die Befreiung von diesen Fuhrleistungen erwirkt hatte, ging der Einfluss dieses Handelsweges langsam zurück. Noch vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges hatte Wolkramshausen 1625 mit dem Ausbruch der Pest einen Teil seiner Bewohner verloren. Mit Ausbruch des Krieges überzog dann seit 1625 ein fortwährendes Plündern beider Kriegsparteien die gesamte Region. Zu den nicht genau zu beziffernden Menschenverlusten kam die Verwüstung des gesamten Landes. Über Jahrzehnte hinweg fehlten Arbeitskräfte, Zugtiere und alle lebensnotwendigen Dinge. Es schien vielen Menschen, als wäre der jüngste Tag nun sehr nahe. Haus Hue de Grais Von der Parkseite zeigt sich ein schlichter zweistöckiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach. Wirtschaftsgebäude umschließen den Hof, der durch einen rosenbewachsenen Spalierzaun vom Park getrennt ist. Wasserflächen, Springbrunnen, Heckenwege, Laubengänge, Terrassen, Sandsteinfiguren und Buchsgirlanden setzen als typische Elemente barocker Gartenkunst eindrucksvolle Akzente. Die Innenausstattung spiegelt den Kunstsinn und den Geschmack aus der Zeit August des Starken wieder. Sein Portrait hat im Esszimmer über dem Kamin einen Ehrenplatz. Der Erbauer des Hauses, Walrad von Wilke, hat ihm als Obrist gedient. Dresdener Künstler haben mehrere Jahre im Haus verbracht um die repräsentativen Räume mit bemalten Leinwandbespannungen zu dekorieren. Die Motive ihrer Bilder geben den Räumen ihre Namen: im Landschaftszimmer sind es idealisierte Landschaften, im Watteauzimmer Kopien der bekanntesten Bilder des französischen Malers Watteau, im Schiffszimmer holländische See- und Hafenszenen. Die Ausstattung des Hauses wurde von Generation zu Generation unverändert, wie sie zur Zeit August des Starken als "Barockes Gesamtkunstwerk" konzipiert war, übertragen. Robert Graf Hue de Grais (1835 - 1922) schied 1906 als Regierungspräsident von Potsdam aus dem Preußischen Staatsdienst. Sein Kommentar zum Preußischen Verwaltungsrecht galt als Standardwerk, er wurde Jahr für Jahr neu bearbeitet. Für eine verlässliche Information griff man nach dem "Hue de Grais". (Quelle: www.wolkramshausen.de)
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