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Schloss Sondershausen

Residenzschloss der Grafen Schwarzburg-Sondershausen
Schloss Sondershausen liegt auf einer Anhöhe über der gleichnamigen Stadt. Die unregelmäßige Vierflügelanlage stellt den bau- und kunstgeschichtlich bedeutendsten Schlosskomplex im nördlichen Thüringen dar. Das Erscheinungsbild der ehemaligen Residenz der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen resultiert aus einer Akkumulation verschiedener Baustile von der Renaissance bis zum Klassizismus.

Sondershausen wird 1125 als Besitz des Mainzer Erzstifts urkundlich erwähnt. 1211 war die Burg im Besitz der Landgrafen von Thüringen, die einen Wohnturm errichten ließen, auf den der heutige Schlossturm zurückgeht. Seit 1295 lassen sich als Besitzer die Herren von Honstein, denen Sondershausen die Erhebung zur Stadt verdankt, nachweisen. Die Burg ging 1356 mit dem umgebenden Territorium durch Erbvertrag an die Grafen von Schwarzburg über, in deren Besitz sie bis 1918 verblieb.

An Stelle der hochmittelalterlichen Burg wurde ab 1534 schrittweise der Neubau eines dreiflügeligen Renaissanceschlosses errichtet, in das auch der bestehende viergeschossige Wohnturm integriert wurde. Als Graf Johann Günther I. im Zuge der Erbteilung 1571 Sondershausen erhielt, war damit die neue Linie Schwarzburg-Sondershausen begründet und das Schloss wurde Residenz. Der 1697 vorgenommenen Erhebung des Grafen Christian Wilhelm in den Reichsfürstenstand folgte der tief greifende Umbau des Schlosses zu einer fürstlichen Residenz mit hohem Repräsentationsanspruch. Unter der von 1670 bis 1720 währenden Regierung dieses ersten in Sondershausen residierenden Fürsten entstanden die barocken Umbauten.

Unter Fürst Christian Günther erfolgten von 1764 bis 1771 großräumige Erweiterungsbauten sowie die Hinzufügung des Westflügels, womit freilich keine Vierflügelanlage im klassischen Sinne entstand, da eine Seite des Hofes geöffnet blieb. Das erste Obergeschoss des Westflügels wurde mit repräsentativen Wohn- und Gesellschaftsräumen ausgestattet, darunter der so genannte Blaue Saal.

Unterbrochen durch die Revolutionszeit und die Napoleonischen Kriege ging die Bautätigkeit der Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen mit neuen künstlerischen Vorstellungen, der Mode folgend, weiter. Fürst Günther Friedrich Carl I. ließ 1825 als separates Gebäude westlich des Schlosses das 1946 durch Brandstiftung zerstörte Hoftheater errichten. Nachdem darüber hinaus aber noch Bedarf bei Hofe bestand, wurde um 1835 das Tafelgemach im Renaissancetrakt des Nordflügels durch den Einbau eines Bühnenportals in ein Liebhabertheater umgewandelt. 1848 bis 1851 erfuhren die Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss des Westflügels eine klassizistische Umgestaltung. Eine letzte Maßnahme erfolgte in der äußeren Gestaltung des Schlosses 1914/15, als der Hoffassade der Renaissancebauten ein historistischer Arkadengang mit Galerie und ein Treppenturm vorgelegt wurde.

Die Anfänge der mehr als vierhundertjährigen Parkgeschichte sind eng verbunden mit der Schlossgeschichte, denn nahezu gleichzeitig mit dem Schlossbau entstanden westlich davon die ersten Gartenanlagen, die um 1700 erweitert und umgestaltet wurden. Das 1709/10 als Karussell errichtete Achteckhaus wird heute für Konzerte genutzt. Mit der 1835 begonnenen klassizistischen Umgestaltung des Schlosses erfolgte eine grundlegende Neugestaltung des bisherigen Schlossparks unter Einbeziehung der Stadt und der umgebenden Landschaft nach den Prinzipien eines Landschaftsgartens. Der heutige Lohparkteil wurde in die gärtnerische Gestaltung einbezogen. Durch den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit wurde die Anlage stark in Mitleidenschaft gezogen und vernachlässigt. Erst 1991 konnten erste Schritte zur Wiederinstandsetzung des Schlossparks unternommen werden.

Das Schloss wird heute hauptsächlich als Museum genutzt, das unter anderem einen großen Teil der ehemals Fürstlich Schwarzburgischen Kunstsammlung präsentiert. Die historischen Räume, die in ihrer Ausstattung höfische Kultur vom 16. bis zum 20. Jahrhundert darbieten, sind im Rahmen eines Museumsrundgangs weitgehend zugänglich. Im Südteil des Westflügels ist die Kreismusikschule untergebracht.

Die Übertragung von Schloss Sondershausen mit Park in den Bestand der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten erfolgte am 8. November 1994. Sanierungsmaßnahmen fanden seitdem am Dach des Nordflügels, am Südflügel und in den museal genutzten Innenräumen statt. Der Lustgarten wurde wieder hergestellt und die Fontäne instandgesetzt. Im Bereich des Parks begannen gartendenkmalpflegerische Maßnahmen.

(Quelle: www.thueringen.de)



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