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Zitadelle PetersbergCitadelle Petersberg im kurmainzischen Erfurt
Am 1. Juni des Jahres 1695 wurde in Erfurt der Grundstein gelegt zu einer der wenigen bis heute noch in wesentlichen Teilen erhalten gebliebenen Stadtfestungen des 17. Jahrhunderts in Deutschland - der Zitadelle Petersberg. Heute ist sie beeindruckendes Zeugnis europäischer Festungsbaukunst des 17. bis 19. Jahrhunderts.
Erst ab 1964 erfolgte die partielle Erschließung der Festung für die Öffentlichkeit, die ab 1990 verstärkt vorangetrieben wurde. So sind heute bereits große Teile der Kasematten, Kaponnieren und Minengänge im Inneren der Anlage wieder zu besichtigen. Die Erschließung der Zitadelle und des Petersberges gehört zu den aufwendigsten denkmalpflegerischen Aufgaben der Stadt Erfurt. Inmitten der Anlagen der Zitadelle Petersberg befindet sich die Peterskirche. Hirsauer Benediktiner-Mönche erbauten sie 1103-1147 als Pfeilerbasilika. Die durch Kriegseinwirkungen beschädigte und teilrestaurierte Peterskirche wird heute als Ausstellungsraum für das Forum Konkrete Kunst genutzt. Internationale Sammlungen der Malerei, Grafiken und Skulpturen sind hier zu sehen. Das Petersbergfest versucht, die Zitadelle, mehr aber noch das gesamte Areal des Petersberges inmitten der Altstadt, das in den Jahren bis 1990 als Gesamtanlage im Bewußtsein der Erfurter eher ein stiefmütterliches Dasein führte, wieder mehr in den Mittelpunkt des allgemeinen aber auch des touristischen Interesses zu stellen. Zu den Höhepunkten des Petersbergfestes gehören militärhistorische Vorführungen von hohem Schauwert. Besondere Attraktionen sind darüber hinaus die Besichtigung der 1995 original wieder hergestellten Festungsbäckerei aus dem Jahre 1832, mit Schaubacken und Verkostung, aber auch die Führungen durch die Minengänge. (Quelle: www.erfurt.de) Die Citadelle Petersberg im kurmainzischen Erfurt Erfurt gehörte im 17. Jahrhundert zum Kurfürstentum (daher "kurmainzisch") Mainz. So war der Erzbischof von Mainz, Philip von Schönborn, neben Mainz auch weltlicher Herr der Stadt Erfurt. Am 1.6.1665 wurde in seinem Auftrag der Grundstein zur Citadelle Petersberg gelegt. In den darauffolgenden drei Jahren wurden vier Bastionen von italienischen Steinmetzen und Maurern errichtet. Bis 1700 folgten vier weitere. Baumeister war - wie auch in Mainz - Antonio Petrini. Charakteristisch für ihn sind vor allem die steinernen Masken in den Zitadellentoren, die man auch in Mainz bewundern kann. Letzendlich besteht die Erfurter Zitadelle also aus 8 - unregelmäßig angelegten - Bastionen: Martin, Gabriel, Michael, Johann, Franz, Philipp, Leonhard und Kilian. In einer zweiten Bauperiode wurden von dem kurmainzischen Hofbaumeister Maximilian von Welsch vier Vorwerke, sog. Ravelins, angelegt. Von Welsch folgte damit der Technik des französischen Festungsbaumeisters Vauban. 1803 lösen die Preußen das Kloster der Benediktiner auf - von dem heute nur noch die Peterskirche zeugt. Während der kurzen französischen Besatzung kommt es zum ersten und einzigen Mal zu einer Belagerung (durch die Preußen), dem die Festung Erfurt aber standhält. In den 70er Jahren verliert auch die Citadelle Petersberg ihre militärische Bedeutung. Der Befehl Kaiser Wilhelm I. zur Entfestigung wird wegen Geldmangel nicht befolgt. (Quelle: www.festung-mainz.de)
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