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Haus HemerOberhof Hademare / Burggut Hemeren
Die erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1072 tritt es als Oberhof des Erzbistums Köln in die Geschichte ein. Erzbischof Anno II. von Köln hatte gerade die Gründung der Benediktinerabtei Grafschaft vollzogen und in der Urkunde u. a. den Oberhof Hademare, das heutige Haus Hemer, zur Versorgung des Klosters verfügt.
Ausgrabungen südlich von Haus Hemer haben uns aber gezeigt, wie die St. Vitus-Kirche, die dem Hause oder seinem Besitzer eigen war, um 1072 ausgesehen hat; Es war eine bescheidene Dorfkirche aus Naturstein, romanisch, mit kleinen Fenstern, halbrundem Chor, schwerem, aber niedrigem Turm, Schiff, Turm und Kreuzchor mit steilen Dächern. Sie wurde 1803 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Vielleicht hat der Oberhof Hademare dieser dem heiligen Vitus geweihten Kirche in Gestalt und Form geglichen: eine niedrige Hofanlage aus Bruchsteinen mit Wehrtonnen und Wassergraben. Fast 400 Jahre später taucht das Burggut wieder in Urkunden auf: 1452 wird es in der Ritterschaft des Herzogs von Kleve-Mark genannt, und zwar werden als Eigentümer die von Höcklinghausen verzeichnet. Sie stammen aus Höcklingsen bei Hemer und sind bis 1470 nachweisbar. Ihr folgt Familie Albert von Böckenförde, genannt "Schüngel", aus dem gleichnamigen Dorf Böckenförde bei Lippstadt. Wann sie Haus Hemer erwarb oder von der weitläufig mit ihr verwandten Familie von Höcklinghausen erbte, ist nicht bekannt. Jedenfalls verbriefte Herzog Johann von Kleve und Graf von der Mark am 10. Juni 1499 diesem Albert Schüngel die Fisch- und Wasserrechte am Hemerbach. Nach seinem Tode um 1550 erbte sein Sohn Albert Haus Hemer. Dieser hatte eine Tochter Anna, die Johann Knipping aus der Soester Börde heiratete. Das Ehepaar verzichtete auf Haus Hemer und es fiel an Arndt Schüngel, einen Bruder von Annas Vater. Für diesen Vorgang wird das Jahr 1554 angegeben. Arndt Schüngel hatte zwei Kinder: Maria und Konrad. Er setzte In seinem Testament vom 19. November 1572 seine Schwiegertochter Anna, Frau seines Sohnes Konrad, als Erbin von Haus Hemer ein, da sein Sohn nach seinem Studium geisteskrank geworden war. Über diese Erbfolge gab es Prozesse. Das Haus fiel wieder an seine Nichte Anna zurück, die inzwischen mit Johann Rump in dritter Ehe verheiratet war. 1580 starb Anna. Johann Rump heiratete erneut, und zwar Margarete von Delwig. Wann Johann Rump starb, ist nicht bekannt. Verbrieft ist dagegen, daß vor Juli 1610 die Witwe des Johann Rump in zweiter Ehe den Kölnischen Hauptmann Johann von der Heese heiratete. Dieses Ehepaar erhielt vom Abt des Klosters Grafschaft, Gottschalk von Dael, am 23. Juli 1610 die Genehmigung, Haus Hemer an Dietrich Ovelacker, den Drosten zu Altena und Iserlohn und gleichzeitigen fürstlich-klevischen und märkischen Rat zu verkaufen. Dietrich Ovelacker war es, der Haus Hemer in der jetzt noch erhaltenen Form baute. Die Wetterfahne, die heute noch vorhanden ist, zeigt für den Bau oder seine Fertigstellung das Jahr 1614 an. Bei den jetzigen Renovierungsarbeiten glaubt der Verfasser nachweisen zu können, daß bereits vor 1614 an gleicher Stelle ein Burggut mit Wassergraben mit mehreren Türmen gestanden hat: Außenmauern im Kellergeschoß und Turmfundamente unter der Hofaußentreppe bis in eine Tiefe von 2,80 m deuten darauf hin. Auch ist anzunehmen, daß der Bau Dietrich Ovelackers von 1614 kleinere Maueröffnungen mit steinernen Fensterkreuzen hatte, die später und jetzt sichtbar zu Gewänden für die heutigen Fenster umgearbeitet wurden. Am 1. September 1633 starb Dietrich Ovelacker. Haus Hemer erbte seine Witwe Elisabeth, geb. von Wachtendonk. Da die Ehe kinderlos war, fiel Haus Hemer an die Familie von Wachtendonk. Diese war bis 1664 Besitzer des Hauses, nachdem bereits 1658 ein Vertrag ausgehandelt war. In dieser Zeit verfügte der Große Kurfürst an die Besitzer des Hauses die Gerichtsbarkeit. Die Urkunde wurde im Jahre 1647 ausgefertigt. Die Witwe Arnolds von Wachtendonk verkaufte mit Zustimmung ihrer Söhne das Haus an ihren Schwiegersohn Melchior von Brabeck. Nach seinem Tode 1680 lebte sein Bruder Johann Ernst von Brabeck, Domherr in Münster, zeitweise auf Haus Hemer. Er starb hier1690. 148 Jahre lang blieb Haus Hemer im Besitz der Familie von Brabeck. Carl Heinrich Löbbecke erwarb durch Kauf im Jahre 1812 Haus und Grund. Dieser war der erste bürgerliche Besitzer des Hauses. Er stammte aus Braunschweig, war ein Abkomme der seit 1418 urkundlich nachweisbaren Familie Löbbecke aus Iserlohn. Diese Familie behielt Haus und Park in ihrem Besitz, bis sie es 1957 an die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul verkaufte. (Quelle: home.t-online.de/home/hubert.becker/hhemer.htm)
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