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Schloss Füchten

Grösstes Herrenhaus Südwestfalens
Auf eine lange Geschichte kann die Burg Füchten zurückblicken, 1298 wird auf eine bereits bestehende Burg zu Füchten erstmals hingewiesen. Als Besitzer von Füchten erscheint um 1300 der Ritter Goswin von Soest als Nachfolger der Edelherren von Hemmersbach. Weiterhin war das Gut Eigentum der Herren von Uffeln zu Uffeln bei Werl und von diesen gab es noch während des 14. Jahrhunderts an eine Linie des grossen Geschlechtes Wolf von Lüdingshausen.

Länger als ein Vierteljahrtausend - acht Generationen hindurch - hat die Familie Wolf von Lüdinghausen zu Füchten hier gelebt. In mehreren Erbgängen gehörte das Schloss der Familie Droste zu Erwitte. Placidus von Droste zu Erwitte wurde Fürstabt zu Fulda und schenkte seinem Bruder, Caspar Dietrich von Droste zu Amecke die Burg Füchten. Dieser liess die Burg abtragen und es entstand das Schloss in seiner heutigen Form.

1726 erfolgte der Anbau des Kapellenflügels. Notwendig geworden war dieser Anbau, da die Familie zu der Zeit mit acht Kindern gesegnet war. Einer der späteren Besitzer, Freiherr Engelbert von Droste-Erwitte zu Delwig, vermachte Füchten zu Ende des 18. Jahrhunderts seinem Neffen Friedrich Ferdinand Freiherr von Hoerde zu Schwarzenraben. Dessen Sohn Engelbert Matthias, der letzte der Hoerde, verkaufte Füchten 1834 an den Werler Erbsälzer Josef Caspar Freiherr von Mellin.

Mellin, der schon 1937 wieder als Letzter seines Geschlechts starb, hatte sein ganzes Vermögen für wohltätige Zwecke bestimmt. "Arme Knaben und Waisenkinder" erhielten im Rahmen der Mellinschen Stiftung eine fundierte Ausbildung zu Ackerbauern und Forstwirten. Die Schule musste allerdings wegen schlechter Verkehrsanbindung schliessen. Die noch heute bestehende Mellinsche Stiftung verkaufte Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts den gesamten Gebäudekomplex an einen Privatmann.

Die brutale Trassenführung der Autobahn A 445, unmittelbar das Schlossgelände mit seinen Gräften und seinem alten Baumbestand durchschneidend, hatte eine ökonomische Nutzung des Gutes Füchten unmöglich gemacht. Seitdem wurden zwar einige Sanierungsarbeiten durchgeführt, dennoch erscheint Füchten dem Besucher romantisch und verträumt. Von der imponierenden Grösse einmal abgesehen hat Füchten reizvolle Aspekte und kunsthistorisch bedeutende Details. Am Eingang zum U-förmigen Wirtschaftshof flankieren zwei sorgfältig restaurierte, bewohnte Pavillons den Haupteingang. Bei Restaurierungsarbeiten wurden Gewölbe unter den Remisen entdeckt, die zum Teil noch mit ihrem Mauerwerk ins Mittelalter zurückreichen, zum Teil Einbauten des frühen 19. Jahrhunderts sind. Das Schloß selbst, das man über eine reizvolle Barockbrücke von 1698 erreicht, imponiert durch einen prunkvollen, wappengekrönten Eingang, der über eine zweiläufige Freitreppe erreicht wird. Als einer der schönsten Festsäle Westfalens lädt der Stucksaal im ersten Obergeschoß auch heute noch zu Konzerten und anderen kulturellen Veranstaltungen ein. Ebenso wird die sehenswerte Schloßkapelle von 1726 nach wie vor zu Gottesdiensten und Hochzeiten genutzt. Tradition ist auch die am Sonntag nach Fronleichnam stattfindende Füchtener Prozession von Bremen zum Schloß, die auf ein altes Gelübde zurückgeht.

(Quelle: www.schloss-fuechten.de)



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