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Tillyschanze
Der Name dieses schönen Ausflugszieles im Reinhardswald rührt von der Belagerung und Erstürmung der Stadt Hann. Münden im Dreißigjährigen Krieg her. Angeblich soll der Freiherr der Katholischen Liga, Johann Tserclaes Graf von Tilly , 1626 unterhalb des mehr als 300 Jahre später errichteten Turmes seine Kanonen aufgestellt haben, mit denen eine Bresche in die Stadtmauer geschossen wurde. Dieses Ereignis war eines der denkwürdigsten in der Geschichte der Dreiflüssestadt.
Drei Mündener Bürger - Oberförster Heinrich Doerr, der Fabrikant Adolph Natermann und der Klempnermeister Georg Fischer - schlossen sich 1880 zum "Turmbaukomittee" zusammen und begannen mit der Planung des Aussichtsturmes. Der Turm sollte als Eichenholzkonstruktion errichtet werden und ausschließlich durch Spenden finanziert werden. Da der Spendeneingang zunächst sehr rege war, entschied man sich schließlich für einen Massivbau. Die Grundsteinlegung erfolgte am 16. Juni 1881. Danach schritt der Bau zügig voran. Bis auf die Bastion war er Anfang Dezember 1881 im Rohbau fertiggestellt. Nach der Winterpause stockte der Fortgang des Werks. Der Turm war zwar schon für das Publikum zugänglich, für den Innenausbau und die Bastion gingen Spenden aber kaum noch ein. So entschloß sich das Komittee, die fehlenden Mittel über eine Lotterie aufzubringen. Diese wurde aber leider nicht im gewünschten Maße von der Mündener Bevölkerung wahrgenommen, so daß der geplante Eröffnungstermin am 30. Mai 1883 verschoben werden mußte. Die Fertigstellung des Bauwerks verzögerte sich bis zum Frühjahr 1885. Die Turmzimmer wurden zu einem kleinen Museum ausgestaltet - der sogenannten "Alterthümersammlung" -, welche später einen wesentlichen Bestandteil des 1898 im Welfenschloß in Hann. Münden eröffneten Museums bildete. Die Ausgestaltung eines Nischenzimmers übernahm ein berühmter Künstler unserer Stadt - Gustav Eberlein . Er entwarf ein Relief, auf welchem die Belagerung der Stadt durch Tilly dargestellt ist; dieses Relief ist noch heute im oberen Turmzimmer zu besichtigen. In den Anlagen rund um den Turm gibt es ebenfalls zahlreiche "Altertümer" zu sehen, die im Laufe der Zeit von an der Tillyschanze interessierten Personen zusammengetragen wurden. (Quelle: www.tillyschanze.de)
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