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Burgen und Schlösser
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Festung Ziegenhain

Gefangen in der Festung
Nach dem Aussterben der Grafen von Ziegenhain fiel die Grafschaft 1450 an Landgraf Ludwig I. von Hessen. Philipp der Großmütige ließ die mittelalterliche Stadt nach Plänen des Festungsbaumeisters Jakob von Ettlingen 1537 - 1546 zu einer Wasserfestung ausbauen.

Ein etwa 6 m oher Erdwall mit erhöhtem Rondellen (Bergen) an den vier Ecken umgab Schloß und Stadt. Ihm vorgelagert waren der Wall- und der Schargraben. Sie wurden durch das 65 m breite, leicht abfallende Glacis (Schar) getrennt. Die Möglichkeit der Flutung des umgebenden Geländes bot zusätzlichen Schutz. Die Möglichkeit der Flutung des umgebenden Geländes bot zusätzlichen Schutz. Die Festung besaß nur einen Zugang über hölzerne Zugbrücken. In der Festung entstanden neben den Kasematten im Wall mehrere große Bauten (Zeughaus, zwei Fruchhäuser, Brauhaus, Archiv) sowie die Kasernen für die Besatzung und eine Roßmühle.

Die Errichtung von vier Außenwerken (Ravelins) 1622/23 verstärkte die Festung. Ziegenhain war neben Kassel, Gießen und Rüsselsheim die 4. große Festung in Hessen.

Im 30jährigen Krieg blieb Ziegenhain in hessischer Hand ("So fest wie Ziegenhain"). Im 7jährigen Krieg besetzten die Franzosen 1760-1762 kampflos die inzwischen veraltete Festung und wiederstanden im März 1761 der Beschießung durch hessische Artillerie, der 47 Häuser zum Opfer fielen.

1776 - 1783 war Ziegenhain Sammelplatz für die hessischen Truppen, die im Unabhängigkeitskrieg in Amerika für Großbritannien kämpften.

Im November 1806 übernahm die napoleonische Armee kampflos die Festung und begann mit ihrer Schleifung.

1832 löste Kurfürst Wilhelm II. die Garnison auf.

1842 Einrichtung eines Zwangsarbeiterhauses - Vorläufer der heutigen JVA.