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Orangerieschloss Karlsaue
Unter Landgraf Karl von Hessen-Kassel begannen 1702 die ersten Arbeiten am Orangerie-Schloß in der Kasseler Karlsaue. 1710 konnte der Innenausbau vollendet werden. 1722-1728 kamen als eigenständiger Baukörper das westliche (von der Aue gesehen links) Marmorbad und 1765-1766 der von Simon Louis du Ry geplante östliche (rechts) Küchenpavillon hinzu. Die Orangerie war einerseits - wie der Name verrät - Gewächshaus, in dem im Winter u.a. die Orangenbäume geschützt wurden. Andererseits dienten die beiden äußeren Pavillions des langgestreckten Hauptgebäudes als Wohnräume. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Orangerie schwer beschädigt und bis auf die Außenmauern praktisch vollständig zerstört. Sie diente, wie übrigens schon im 19. Jahrhundert, danach als Ausstellungsgebäude, insbesondere für die documenta. Nach Errichtung der documenta-Halle konnte 1992 das Museum für Astronomie und Technikgeschichte mit Planetarium einen großen Teil der Orangerie für seine Dauerausstellung nutzen.
(Quelle: www.museum-kassel.de) Bereits 1568 ließ Landgraf Wilhelm der Weise auf der Fuldainsel zwischen der großen und der kleinen Fulda (an der Stelle der heutigen Hessenkampfbahn) unterhalb des Landgrafenschlosses einen Renaissancegarten mit einem Orangen- und Pomeranzenhaus anlegen. Hier zog er auch als einer der ersten deutschen Fürsten Speisekartoffeln. Sie kamen aus Italien und nannten sich Tarouphli. Sein Sohn Moritz der Gelehrte vergrößerte die Anlage zur Moritz-Au. Ab 1680 bezog Landgraf Karl die gesamte Insel in eine Neuplanung ein. Schließlich griff er über sie hinaus, jedoch blieb ihre Form für den fächerförmigen Grundriß der Karlsaue bestimmend. Nach niederländischem Vorbild wurden die Gärten durch Kanäle (Küchen- und Hirschgraben) und Alleen gegliedert und zu einer Gesamtanlage von großartiger Wirkung zusammengefaßt. Im Verlauf des späteren 18. Jahrhunderts verwandelte sich die Karlsaue in einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild. Dennoch ist die ursprüngliche, barocke Grundstruktur zu erkennen. Noch heute ist die Karlsaue nach Ausdehnung (125 ha) und Landschaftsbezug einzigartig im deutschen Barock. (Quelle: www.kassel.de)
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