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Gut EschebergUrsprung der von Malsburg
Escheberg, 1018 erstmals erwähnt, befindet sich seitdem, ab 1322 gesichert und bis heute ununterbrochen im Besitz der Familie v. der Malsburg. Die Familie war zunächst ansässig auf der etwas nördlich gelegenen Burg "Malsburg", einem der nordwestlich Kassel verbreitet vorkommenden, die Landschaft überragenden Basaltkegel. Dort sind noch heute Reste der Grundmauern der nach dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Franken und Sachsen im 14. Jahrhundert verlassenen und in der Folge eingestürzten Burg zu sehen.
Einem Dokument "Historisches Wissen v. 1630" zufolge wurde durch den Frankenkönig Carl 775 seinem ihm während mehrerer Kriegszüge gegen die heidnischen Sachsen "aufrichtig und treu gedienten Untertan Otto in Gnaden der Berg und der umliegende Kreis und Wald / mit den dazwischen liegenden Auen und Feldern zu seinem nothdürftigen Unterhalt für sich und seine Erben gegeben". Zur Begründung des Wappens soll Carl gesagt haben: "und sondere dir deinen güldenen Schild in zwey gleiche Theile / im oberen güldenen Theil soltu deinen rothen gekrönten Löwen als deiner Voreltern Stam.Wapen behalten: im unteren und blauen Theil aber gebe ich dir die drey weisse wolriechende Rosen zum Wapen zu füren." - "Balt hernach Anno 777 hat Ritter Otto den Bau auf selbigen Klippen angefangen / und ist das Hauss und Schloss Malsburg genant worden / und dieser Name ist nicht allein bey dem Hausse / sondern auch bey dem ganzen Stamm und Geschlecht geblieben bis auf den heutigen Tag." Das Herrenhaus in Escheberg wurde ab 1531 auf Gewölben unbekannten Alters als gotischer Fachwerkbau errichtet. 1752 fügte August-Carl v.d.M. an dessen Südseite den einen Innenhof umschliessenden, hufeisenförmigen Anbau hinzu, in dem sich auch die durch seinen Sohn, den geheimen Staatsrat Carl Otto v.d.M. 1791 mit ionischen Pilastern im klassizistischen Zopfstil und ebenfalls klassizistischer Tapete ausgestattete Kapelle befindet. Letzterer gab dem Haus 1789 die heutige Form durch eine in den Untergeschossen zweite vorgesetzte Fachwerkwand und der glatten, verputzten Aussenfläche. Schliesslich wurde der Anbau 1922 durch Hermann v.d.M. aufgestockt, das ganze Gebäude 1959 durch Raban v.d.M. erheblich modernisiert. Während Carl Otto v.d.M. von 1803 - 1807 als kurhessischer Gesandter am napoleonischen Hof in Paris akkreditiert war, diente sein Neffe Carl Philipp Levin v.d.M., der spätere Besitzer von Escheberg, zunächst dem Westfalenkönig Jerome als Kadett und später als Offizier in den Divisionen des Kaisers Napoleon. Er zog mit nach Spanien, nahm am Russlandfeldzug teil, wurde in der Schlacht an der Beresina (26.-28. Nov. 1812) schwer verwundet und zog sich 24-jährig als hoher Offizier nach dem Untergang des Kaisers Napoleon nach Escheberg zurück, nachdem er beim Kurfürsten von Hessen Kassel -verständlicher Weise- nicht mehr gerne gesehen ward. Dort bildete sich um den künstlerisch sehr interessierten Carl Philipp, zunächst zusammen mit dessen Bruder Ernst-Otto, der auch ein Buch mit eigenen Gedichten, im Stil der romantischen Zeit entsprechend, herausgab, ein kleiner Musenhof, dem viele Dichter, Musiker und bildende Künstler der damaligen Zeit der Romantik angehörten. Namen wie Emanuel Geibel, der zwei Jahre im Hause lebte, die Gebrüder Grimm oder Heinrich Marschner, Ludwig Gabillon und Friedrich Bodenstedt seien beispielhaft genannt. Der Ende des 18. Jhdts. entstandene, ca. 9 ha große Park im englischen Stil ist bis auf einen kleinen Privatbereich der Öffentlichkeit zugänglich. Lebensgrundlagen der Familie sind der Forst, Einnahmen aus einem landschaftlich sehr schönen Golfplatz und Resten der Landwirtschaft. Derzeitiger Besitzer ist Oberforstrat i.P. Gero v. der Malsburg. (Quelle: www.malsburg-escheberg.de)
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