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Haus WerlHaus Werl
Grafen von Werl
Von der Hünenburg bei Meschede aus, die als fränkische Sicherung der von Soest nach Hessen führenden Strasse angelegt wurde, gebot im 9. Jahrhundert an der oberen Ruhr und Möhne im Ostsauerland ein an Allodien und Grafschaften reiches Geschlecht, dessen Genealogie nur ungenügend bekannt ist. Erbschaften erweiterten seinen Einfluss auf den Raum südlich von Paderborn zwischen Erwitte, der Lippe, Eggegebirge und der Diemel. Noch umfangreichere Erwerbungen gelangen ihm am Hellwege in der Soester Börde und um Dortmund in Westfalens fruchtbarsten Gebieten. Dazu kamen Güter im südöstlichen Münsterland zwischen oberer Lippe und Ems bis in die Nähe der Bischofsresienz, Grafenrechte in der Diözese Osnabrück sowie im friesischen Emshau rechts der Emsmündung. Ansprüche auf Vogteien der Bistümer Köln, Paderborn, Münster und Osnabrück, von Werden und anderen Klöstern verursachten heftige Fehden gegen widerstrebende Immunitätsherren und weltliche Rivalen. Schließlich verfügte die Sippe über mindestens 15 Comitate und beherrschte in herzogsähnlicher Stellung alle vom Rhein ostwärts führenden Straßen. Ihr bevorzugter Sitz wurde nun das zentral gelegene Werl in dessen Nähe Salzquellen liegen. Meschede erhielt als Grablege ein gut dotiertes, von Töchtern der Familien geleitetes Kanonissenstift. Der mächtige Großgraf von Werl erfreute sich so hohen Ansehens, dass er die burgundische Prinzessin Gerberga zur Gemahlin erhielt, die in zweiter Ehe die spätere Königin Gisela gebar. Deren Stiefbruder, Gerbergas ältester Sohn, erbte die väterliche Stellung zwischen Rothaargebirge und Nordsee. Einer seiner Brüder hatte an der Lippe die Grundherrschaft Hövel inne samt Gütern um Unna, Dortmund, Beckum, Telgte und Warendorf. Ein dritter verwaltete samt der Lehngrafschaft Erwitte Allodien und Kirchenlehen in der Diözese Paderborn. Während das Eigengut bei seinem Tode 1021 der Hauptlinie verblieb, übertrug Heinrich II., gegen den das Haus Werl revoltiert hatte, die erledigte Grafschaft an Bischof Meinwerk. (Quelle: www.genealogie-mittelalter.de)
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