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Schloss Detmold

Fürstliches Residenzschloss
Im Jahre 1123 werden in einer Urkunde zwei Brüder, die Edelherren Hermann und Bernhard erstmals mit dem Familiennamen "de Lippia" - zur Lippe, genannt. Sie hatten ihren Stammsitz an dem Oberlauf der "Lippe" und zwar etwa an der Stelle, an der Ende des 12. Jahrhunderts der Sohn Hermanns, Bernhard II. (1140-1224), die Stadt "Lippe" (später "Lippstadt") gründete. Bernhard II. festigte die Landesherrschaft auf beiden Seiten des Teutoburger Waldes

Nach wechselvollen Zeiten übernahm Graf Simon VI. (1554-1613), die Regierung des Landes Lippe. Er löste 1602 das unter seinem Vater eingeführte lutherische Bekenntnis durch das reformierte ab, was zu erheblichen Spannungen mit der Hansestadt Lemgo führte. Lemgo ist bis heute dem Luthertum treu geblieben. Simon war ein kluger, den neuen Wissenschaften gegenüber aufgeschlossener Renaissancefürst, der mit vielen Grössen des Reiches korrespondierte. Seine Bibliothek, schon früh allen Interessierten geöffnet, wurde zum Grundstock der heutigen Landesbibliothek. Er gründete eine öffentliche Lateinschule, das spätere Leopoldinum. Für Kaiser Rudolf, dessen Hofrat er war, übernahm er heikle diplomatische Missionen und Einkaufsreisen für Kunstwerke und Raritäten. Außerdem bekleidete er das Amt eines Obristen des Niederländisch-Westfälischen Kreises.

Die Gemahlin des Fürsten Leopold I., Fürstin Pauline (1769-1820), übernahm nach dem Tode ihres Mannes für den noch unmündigen Sohn die Regentschaft des Landes und bewies dabei neben großem staatsmännischen Geschick ein vorbildliches soziales Engagement. Sie konnte durch eine persönliche Vorsprache bei Napoleon den Erhalt der Selbständigkeit des Landes erwirken. Der von ihr gegründete erste Kindergarten Deutschlands wurde zur Keimzelle der noch heute blühenden Fürstin-Pauline-Stiftung, die Kinder, Jugendliche und alte Menschen betreut.

Aufgrund des Spruches eines Schiedsgerichtes konnte Erbgraf Leopold aus der Nebenlinie zu Lippe-Biesterfeld als Fürst Leopold IV. (1871-1949) 1905 endgültig die Regierungsgeschäfte in Lippe übernehmen. Trotz seiner nur knapp bemessenen Regierungszeit, die überdies vom ersten Weltkrieg überschattet war, gab er Lippe und der Residenzstadt Detmold wesentliche Impulse. Als Baulichkeiten gehen auf seine Initiative der neue Landtag, das Landgericht, die Kirche am Kaiser-Wilhelm-Platz und das nach dem vernichtenden Brand 1912 modern und vergrößert wiederaufgebaute Theater zurück. Die Fürst-Leopold-Akademie hat weder als Institution noch als Jugendstilgebäude überlebt. Von den Nazis vernichtet und abgerissen wurde auch die 1907 auf fürstlichem Grund erbaute große Synagoge.

Das Ende des ersten Weltkrieges brachte die Revolution auch nach Lippe. Wie der Kaiser und alle anderen Bundesfürsten mußte auch Fürst Leopold am 12. November 1918 auf den Thron verzichten. Im anschließend mit dem Lande Lippe geschlossenen "Dominialvertrag" verblieb das Detmolder Schloß im Familienbesitz.

Damit endet die nahezu 800jährige dynastische Verbindung des Landes Lippe mit der gleichnamigen Familie. Das Land selbst blieb zunächst als "Freistaat" im Kreise der Länder Deutschlands noch fast 30 Jahre lang bestehen. Erst nach dem 2. Weltkrieg mußte es sich, einer Auflage der Siegermächte folgend, einem größeren Nachbarland anschließen. Der damalige Landespräsident, Heinrich Drake, wählte 1947 das Land Nordrhein-Westfalen, dem nunmehr seit 50 Jahren das ehemalige Land, der heutige Kreis Lippe als Landesteil angehört. Die Identität Lippes besteht fort, und viele Lipper fühlen sich mit dem Land, ihrer Geschichte und dem Fürstenhaus nach wie vor eng verbunden.

(Quelle: www.schloss-detmold.de)



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