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Schloss Rethmar

Rittergut Rethmar
Die Geschichte Rethmars hängt eng mit der Entwicklung des Rittergutes Rethmar zusammen. Darauf weist auch das Wappen Rethmars hin, das unter dem welfischen Löwen in zwei Reihen acht schwarze, aufrecht stehende Rauten zeigt. Die Rauten sind dem Wappen der aus Rautenberg bei Hildesheim stammenden Familie von Rutenberg entnommen. Es ist ungeklärt, wann die Familie nach Rethmar kam und ob sie die Burg bereits vorfand oder selbst erbauen liess.

Diese Burg - die einzige Ritterburg im Grossen Freien - muß ein sehr festes Bauwerk gewesen sein, denn sie ist trotz mehrerer Angriffe nie erobert worden. Belegt ist der Sturm auf das Haus Rethmar im Jahre 1332 als Folge einer Fehde um die Nachfolge auf dem Hildesheimer Bischofsstuhl. Von einem Teil der Domcapitulare war der Sohn Albrechts des Feisten von Wolfenbüttel zum Bischof Heinrich III. von Hildesheim gewählt worden.

Papst Johann XXII. ernannte jedoch als Gegenbischof den Sohn des Grafen Adolf von Schaumburg. Die von Rutenbergs verbündeten sich mit den Hildesheimern und Erich von Schaumburg. Darüber hinaus schlossen sie einen Beistandspakt auf 20 Jahre mit dem Rat von Hildeheim. Daraufhin gelobte Heinrich, "das Schloß um jeden Preis zu brechen und dessen Wiederaufbau zu verhindern". Ausgeführt wurde dieses Vorhaben jedoch nie.

Die Familie von Rutenberg besaß neben Haus Rethmar große Ländereien in der gesamten Region und verfügte über einen erheblichen Einfluß bei den Hildesheimer Bischöfen und an den welfischen Höfen in Braunschweig, Celle und Lüneburg. Zeitweise (1514-1519) gehörten ihnen die Freien vor dem Walde, also die gesamte Region. Unter dem Vorbehalt des Rückkaufes veräußerte Herzog Heinrich von Braunschweig und Lüneburg für 6.300 Gulden das Gebiet.

1647 nach dem Tod des letzten männlichen Nachkommens der Familie von Rutenberg fiel Haus Rethmar an den Schwiegersohn Philipp Samson Herr von und zu Eltz. Im Besitz dieser Familie blieb das Gut nur drei Generationen, da Philipp Adam Herr zu Eltz unverehelicht starb. Dieser, "Churfürstlicher Hofmeister", war mit drei weiteren Edelleuten an dem Verschwinden des Grafen Philipp Christoph von Königsmark beteiligt. Danach stieg Philipp Adam zu Eltz zu hohen Staatsämtern auf und war in Zeiten der Abwesenheit des hannoverschen Kurfürsten zeitweilig Siegelverwalter. Diese Stellung war mit entsprechendem Wohlstand verbunden. 1710 ließ er sein Schloß in Rethmar gründlich erneuern. Die alten Seitenflügel wurden durch den barocken Querbau verbunden.

Das Gut fiel 1727 an den Schwager Georg Anton von Hardenberg. Nach weiteren drei Generationen erbte die Familie Busche-Lohe den Besitz, den sie 78 Jahre lang behielt. In diese Zeit fällt auch der Bau des nach der Familie benannten Vorwerks "Neu-Lohe".

Ab 1815 war das Gut verpachtet, bis es 1850 nach einem Konkurs an August Ernst verkauft wurde. Unter dessen Leitung besserte sich der Zustand des Gutes zunächst. Es mußte jedoch von seiner Witwe 1872 an Rafael von Uslar veräußert werden.

Bereits 1885 kaufte Reichsgraf von Schulenburg-Wolfsburg Haus Rethmar für seinen Sohn. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten wurde das Gut 1907 an Carl Sohnemann weiterverkauft. Nach dessen Tod wechselte Haus Rethmar wiederum den Eigentümer.

1918 erwarb Georg Sonnenberg den Besitz, der 1938 von seinem Schwiegersohn Fritz Voigtländer übernommen wurde. Das Gut erlebte in den Folgejahren einen gewaltigen wirtschaftlichen Auftrieb. Nach dem Tod von Fritz Voigtländer wurden Herrenhaus und landwirtschaftlicher Betrieb getrennt.

Das Schloß wurde 1986 von Rüdiger Freiherr von Wackerbarth erworben und umfassend wiederhergestellt. Von der eindrucksvollen Empfangshalle führt ein mit Gemälden und Jagdtrophäen geschmückter Treppenaufgang in das Obergeschoß mit dem Wintersaal. Mit seinen klassizistischen Deckenmalereien und Kachelöfen ist er teilweise noch im Originalzustand aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten. Darunter befindet sich der neu gestaltete Gartensaal, in dem regelmäßig Konzerte stattfinden.

(Quelle: www.evlka.de/extern/burgdorf/rethmar)