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Schloss Haus Merlsheim"eine Festung und Borch bei das Dorf"
In einer Urkunde des Benediktiner Klosters Marienmünster wird anlässlich einer Güterübertragung am 24. Februar 1292 der Ratsherr Johann von Merlhossen als Zeuge erwähnt. Hier erscheint der Name Merlhossen zum ersten Mal urkundlich. Weiter erscheint verschiedentlich bis etwa 1438 der Name eines Geschlechts derer von Merlhusen, es muss ein adeliges Geschlecht gewesen sein, das nicht mehr auf dem Stammsitze Merlsheim wohnte.
Die Geschichte von Merlsheim stellt ein Stück der Geschichte des Kreises Höxter dar, besonders eng sind Schönenberg und auch Nieheim damit verbunden. Die Anfänge von Merlsheim, das früher Merlhossen und Merlhusen, später Merlsen genannt wurde, verlaufen sich im Dunkel der Geschichte. Benachbart waren schon um das Jahr 1000 die Bischöflichen Haupthöfe in Oeynhausen und Nieheim. Die Paderborner Bischöfe waren auch Grundherren in Merlsheim. Bei der Pfarrtrennung im Jahre 1299, zwischen Pömbsen und Nieheim , wird Merlsheim als zur Pfarrei Pömbsen gehörig gezeichnet. Kirchlich gehört also Merlsheim und Schönenberg um das Jahr 1300 zum Bistum Paderborn. Im Jahr 1331 besitzt der Bischof in Merlsheim drei Meierhöfe. Um 1390 wird hier die Familie von Oeynhausen mit Landbesitz belehnt. Bei der Erbteilung um 1420 erhält Sievert von Oeynhausen das Dorf mit allen Rechten und Pflichten und mit allem Zubehör. Zugleich übernimmt er die Verpflichtung: eine Festung und Borch bei das Dorf zu errichten (wörtliche Überlieferung). In dieser Zeit entstand die älteste Burganlage, die im 16. Jahrhundert nach Süden, Osten und Westen im Still der Wesserrenaisscance, erweitert wurde. Die mit Gräften umgeben Burganlage, wechselte im laufe der Zeit mehrmals den Besitzer. Derzeitiger ist die Familie von und zur Mühlen. Die Geschichte von Merlsheim wurde von Studienassessor Dr. Meinersmann in den Heimatbüchern des Kreises Höxter im Band 1 von 1925 und Band 2 von 1927 veröffentlicht. Herausgeber war Christoph Völker, Kaplan in Vörden. Dr. Meinersmann war von 1924 bis 1926 Lehrer im Haus Merlsheim. Eine wertvolle Quelle war ihm das Manuskript von Pyrach, der um 1737 im Haus Merlsheim als Sekretär tätig war. In einer Zeichnung von Pyrach aus dem Jahre 1737 ist das Haus Merlsheim und das Dorf mit 16 Häusern dargestellt. In Merlsheim wohnten zu dieser Zeit: 7 Meier, 6 Halbmeier, 9 Kötter, und 12 gemeine oder kleine Kötter. In einer Kopfschatzkiste von 1790 sind 34 Hausbesitzer aufgeführt. In einer Abschrift vom Amtsgericht Nieheim Steinheim aus dem Jahre 1852 sind 27 Ackerwirte, 16 Haus und Gartenbesitzer und 7 Beilieger ohne Grundbesitz genannt. Im Separationsrezess von 1858 sind 53 Hausnummern eingetragen. Mit Verordnung der Königlich Preussischen Regierung zu Minden vom 12. Dezember 1817 wurde die Anlegung einer Chronik für jede Gemeinde angeordnet. In Merlsheim wurde die Chronik 1824 begonnen und bei einigen Unterbrechungen bis heute fortgeführt. Der Chronist beschreibt das Dorf: Die Gemeinde Merlsheim, überall von kleinen Bergen eingeschlossen, liegt geräumig in einem Tale. Teils sind die Wohnungen noch mit Stroh gedeckt. Anwesen in Merlsheim im Jahre 1824: Gut Merlsheim, 1 Schulhaus, 41 Feuerstellen mit Scheunen und Stallungen, 235 Einwohner. Schulische Entwicklung in Merlsheim Bevor die Gemeinde ein eigenes Schulgebäude hatte, wurden geeignete Räume angemietet. Das in der Dorfchronik erwähnte Schulgebäude wurde 1827 erneuert. Bis zum Neubau einer grösseren Schule im Jahre 1880 / 81 (jetzige Bürgerhalle) fand hier der Schulunterricht statt. Nach Aufschreibungen in der Schulchronik, die der Lehrer Anton Coböcke 1876 mit einem Nachtrag begonnen hat , hat von etwa 1760 bis 1805 ein gewisser Schlüter, unter dem Namen der alte Sergeant bekannt, als Schulmeister in Merlsheim gewirkt. Er war als Soldat abgegangen, um in Merlsheim die Schulstelle zu übernehmen. Bis zum Einsatz eines Lehrers mit voller Ausbildung, etwa um 1810, hat noch ein Schumacher, mit Namen Müller, morgens in Himmighausen und nachmittags in Merlsheim Schule gehalten. 1967 wurde die Schule in Merlsheim geschlossen. Seit dieser Zeit gehen die Hauptschüler nach Nieheim und die Grundschüler nach Oeynhausen zur Schule. Bericht über die Kirche. Im Jahr 1745 wird eine Hofkapelle erwähnt, die der hl. Luzia geweiht war. Die Kapelle hat nach einer Zeichnung rechts von einer Toreinfahrt des Schlosses gestanden. Da die Dorfbewohner schon immer eine eigene Kapelle haben wollten, wurde diese bei dem Schulneubau im Jahre 1827 angebaut. Am 13. Dezember 1827 wurde hier der Lobetag Luzia mit einer Levitenmesse gefeiert. Doch wie schon in den Jahren 1781/82 Auseinandersetzungen mit dem Pömbser Pastor Braun) bestand die Pfarrei Pömbsen weiter darauf , dass die Bewohner von Merlsheim zur Pfarrkirche nach Pömbsen kamen. Nur die Sonntagsandacht durfte noch in der Schulkapelle gehalten werden. In den Jahren 1868/69 wurde die jetzige Kapelle durch Freiherr Josef von Hövel gestiftet. Erst ab Dezember 1902 durfte für die gesamte Ortschaft die Sonntagsmesse gelesen werden. Seit September 1925 bildet Merlsheim mit Himmighausen eine seelsorglich selbstständige Vikari. Bis zum 31. August 1925 war Merlsheim eine Filiale der Pfarrei Pömbsen. Bevor 1948 ein Erweiterungsbau vorgenommen wurde, schenkte Frau von und zur Mühlen der Kirchengemeinde Merlsheim die Kapelle mit Grundstück. Für die zwei neuen Glocken wurde ein zusätzlicher Turm errichtet. (Quelle: www.merlsheim.de)
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