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Burgen und Schlösser
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Schloss Gehrden

Benediktinerinnenkloster - Schloss - Kirche - im Wandel der Jahrhunderte
799 Die Vorgeschichte des Klosters Gehrden beginnt mit der historischen Begegnung des Frankenkönigs Karl und des Papstes Leo III. in Paderborn. Das Treffen erhielt weltgeschichtliche Bedeutung: Die Einheit des Abendlandes unter einem geistlichen und einem weltlichem Herrscher wurde angestrebt, die im folgenden Jahr in Rom durchgeführte Kaiserkrönung vorbereitet.

Auf Bitten des Papstes schenkte Karl der Grosse die Iburg-Kirche und das Umland dem Paderborner Bistum.

16. Mai 868 In der Erwähnungsurkunde des Stiftes Heerse wird Gehrden erstmalig erwähnt.

1136 Beleg für eine bischöfliche Eigenkirche.

1142 Klostergründung: Heinrich von Gehrden stiftete sein gesamtes Gut in Gehrden undim benachbarten Siddessen. In einer Urkunde aus dem Jahre 1153 erwähnt der Paderborner Bischof Bernhard I. von Oesede die Schenkung.

Ende des 12. Jahrhunderts Die Benediktinerinnen erbauten die dreischiffige Pfeilerbasilika mit Querhaus. Sie war zugleich Pfarrkirche.

1200 Die Bewohner von Nord- und Südgehrden siedelten rund um das Kloster.

1. Mai 1319 Auf Bitten des Klosters genehmigte der Paderborner Fürstbischof Dietrich von Itter dem Konvent die Gründung der Stadt Gehrden (grössere Rechte beim Kloster / Stadtwappen mit Äbtissin).

1618-1648 Verwüstungen und Ausplünderungen im 30jährigem Krieg. ein barocker Wandtstein (Torso) mit der Jahreszahl 1707 erinnert an die Vollendung des Klosterneubaus nach dem 30jährigen Krieg.

20. Februar 1668 Der Stadtrat wandte sich an den Paderborner Fürstbischof, der durch Dekret entschied, dass von nun an das fürstbischöfliche Wappen am Rathausbleiben sollte. Seit Seit 1668 zeigt das Wappen den Pfarrpatron, den hl. Petrus. Dieses Wappen befindet sich heute am Rathaus in Gehrden.

Hintergrund der Entscheidung: Im 17. Jahrhundert gab es häufiger Streitigkeiten zwischen Kloster und Rat. Im Jahr 1668 kam es zu einer schwerren Kontroverse zwischen Stadtrat und der herrischen Äbtissin Catharian von Oeynhausen, die als sinnfälligen Ausdruck der Abhängigkeit der Stadt vom Kloster ihr Wappen am Rathaus angebracht wissen wollte.

Ab etwa 1670 Grundlegende neugestaltung des Kircheninnenraumes: Hochaltar mit Wappen über dem Mittelbild - eine Stiftung des Fürstbischofs Ferdinand von Fürstenberg.

1673 / 1679 / 1708 / 1730 Stadtbrände suchten Gehrden mehrfach heim. 1708 fiel das ganze Städchen in Schutt und Asche. Auch die Klostermühle wurde zerstört, jedoch gleich wieder aufgebaut.

1733 Nach dem Brand von 1730 wurde das jetztige Gehrdener Rathaus errichtet.

1737 Die Barockorgel, 1679 vom Höxteraner Orgelbaumeister Andreas Schneider für die Abteikirche marienmünster gefertigt, kommt in die Gehrdener Kirche. Aufstellung der Orgel an jetziger Stelle in 1848.

1756 - 1763 Der Siebenjährige Krieg brachte erneut Not und Schrecken über Kloster und Stadt. Verantwortlich waren die Franzosen und die Alliierten (Engländer, Preussen, Braunschweiger und Hessen).

1. März 1760 Der Erbprinz von Braunschweig besetze mit Truppen Driburg, Dringenberg, Gehrden Peckelsheim, Gehrden und andere. Gegen Ostern stellte sich Hungersnot ein, Krankheiten griffen um sich. Viele Häuser starben aus.

1807 Nach dem Tilsiter Frieden waren alle Schützengilden als "staatsgefährdende Vereine" aufgehoben worden. Die Schützenbrüder hatten ihre Wafffen und Insignien abzuliefern.

1810 Die Aufhebung des Gehrdener Benediktinerinnen-Klosters durch Säkularisation. Aus den Klostergebäuden wurde ein "Schloss".

7. Juli / 16. Sept. Durch Dekrete der Franzosen wurde das Nonnenkloster aufgehoben. Die Staatskasse war leer, deshalb wurden Klostergebäude, Ländereien und Zehnten zum Verkauf ausgeschrieben.
Hintergrund: Am 7. Juli 1807 setzte Napoleon seinen jüngsten Bruder Jérome als König von Westphalen ein, ein neugebildeter Staat von ca. 2 Millionen Einwohnern. Jérome zog am 10. Dezember als König in Kassel ein. In Gehrden wurde eine "Mairie" (Bürgermeisteramt) eingerichtet.

1. November Der Graf W. von Bochholtz zu Niesen, der am Hofe Jéromes die Stellung eines Präsidenten der Finanzsektion und Oberzermonienmeisters bekleidete, war als Domprobst zu Paderborn in der Lage, für 350.000 Franc die Klosteranlage und die zugehörigen Ländereien zu erwerben. Graf Bochholtz liess das in Verlängerung der Kirche liegende Konventsgebäude und die beiden Querhäuser (Kapitelhaus und Refektorium) abbrechen. Der Baum- und Klostergarten wurde zum Park umgestaltet.

Die Gehrdener Kirche blieb im Besitz der Gemeinde.

1813 Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig. Gehrden fiel zum zweiten Mal an Preussen.

1824 Die Gehrdener Schützenbruderschaft konnte wieder gegründet werden. Sie liess ein neues Kleinod anfertigen, das noch heute vom Schützenkönig getragen wird.

1826 - 1933 Caspar Heinrich von Sierstorpff, Gründer des Driburger Bades, erwarb 1826, nachdem er auch 1810 Interesse zeigte, das ehemalige Kloster, das bis 1933 in seinem Besitz blieb.

1923 Die Elektrizität hält Einzug in Gehrden.

1926 Der Anschluss an die öffentliche, zentrale Wasserversorgung erfolgt.

29. Mai 1952 Die Gehrdener Schule - jetzt: "Katholische Grundschule" wurde eingeweiht. Das vorherige Schulgebäude war 1825 erbaut worden. Die noch ältere Schule wurde von 1830 - 1913 als Armenhaus genutzt. - Schon um 1200 gab es in Gehrden eine Klosterschule, die 1245 von Jutta von Badenstede geleitet wurde.

1955 - 1966 Umfangreiche Sicherung der Pfarrkirche und Renovierung der gesamten Inneneinrichtung einschliesslich der Altäre, des Orgelprospektes und des Orgelwerkes.

1960 Im Mittelholz, das als Feriendorfgebiet ausgewiesen wurdee, entstehen 18 Ferienhäuser.

1963 Gehrden wurde neu entdeckt bei der Suche des Landes NRW nach Gebieten für Erholung.

1965 Das ehemalige Kloster, das zwischenzeitlich ein Schloss gewesen war, wurde vom "Familienerholungswerk der Erzdiözese Paderborn" erworben, nachdem der Besitzer mehrfach gewechselt hatte. Die Gebäude bieten heute Feriengästen und Kursteilnehmern eine gepflegte, individuelle Gastlichkeit.

1966 Der Bebauungsplan Gehrden mit Ziel einer Flächensanierung wurde nur teilweise umgesetzt. Es blieb mehr alter Baubestand als vorgesehen. Man konzentrierte sich nun auf den Erhalt von Einzelobjekten.

1975 Bau des Bürgerhauses (Einweihung Februar 1976). Es war ein "Abschiedsgeschenk" des Gehrdener Magistrats an die Bürger. Die Titularstadt Gehrden wurde ein Teil der Grossgemeinde Brakel.

13.-21. Juni 1992 Die Feierlichkeiten zum Jubiläum von Kloster, Kirche und Kommune fanden unter der Überschrift "868*1142*1992 Gehrden" statt.

14. August 1994 Das neunstimmige Glockengeläut, als historisch wertvoll eingestuft und eines der wenigen vollständig erhaltenen Klostergeläute in Westdeutschland, erklang wieder nach etwa zweijähriger Renovierung.

20. August 1994 Eröffnung des Gewässerlehrpfades Öse durch den Angelsportverein Gehrden.

1997 Anlage eines Obstbaumlehrpfades und Hudewaldes sowie Heckenpflanzungen durch den Heimatverein Gehrden.

(Quelle: www.brakel-gehrden.de / zusammengestellt von Marius Backhaus)



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