|
|||
|
|
Schloss LauenauGrenzfeste gegen die Schaumburger
Die Wasserburg Lauenau wurde ca. 1190 n. Chr. von Heinrich dem Löwen, nach seiner Rückkehr von dem Kreuzzuge, den er im Gefolge Friedrich Rotbarts unternommen hatte, als Grenzfeste gegen die Schaumburger errichtet. Die Grafen von Schaumburg hatten erst Heinrichs Ländereien respektiert - dann jedoch vereinnahmt und somit wurden die Schaumburger nach Heinrichs Rückkehr mit Hilfe seiner Söhne von den annektierten Ländereien verjagt.
Der Name Lauenau bzw. Lowenow (Gericht an der Aue) bezeugt, dass das Wasserschloss nicht nur den Status einer Befestigungsanlage besass, sondern auch als Gerichtsstätte geplant war. Die herzögliche Gerichtsstätte war für 21 Orte im Deister-Sünteltal zuständig. 1331 wurde der Burg zum ersten Mal an Adolf v. Schaumburg verpfändet. Bis 1512 wurde sie regelmäßig verpfändet und eingelöst. Aus diesen Verträgen entstanden häufig über die Pfand-höhe und die Burgmannen Konflikte. Die Braunschweiger Herzöge waren des öfteren nicht mit der politischen Gesinnung der eingesetzten Pfandinhaber einverstanden. Von 1512-1519 war die Burg wieder im welfischen Besitz und wurde 1519 - im Rahmen der Hildesheimer Stiftsfehde- von den Schaumburgern eingenommen und bis auf den Grund zer-stört. Die Schaumburger hatten die Befürchtung, daß bei einer ungünstigen Wendung des Krieges, die Wasserburg Lauenau wieder gegen sie eingesetzt werden könne. Der Inhalt der Hildesheimer Stiftsfehde war folgender: Bischof Johann der IV übernahm 1504 das total verschuldete Bistum Hildesheim. In wenigen Jahren gelang es ihm soviel zu sparen, daß er die verpfändeten Schlösser und Güter von den Stiftsadligen zurücklösen konn-te. Diese verweigerten die Annahme der Einlösesumme und griffen 1516 gegen ihren Lehns-herrn zu den Waffen. Enttäuschte welfische Herzöge schlossen sich ihnen an. Sie hatten glei-chermaßen versucht ihre verpfändeten Schlösser von Bischof Johann den IV einzulösen. Die-ser verweigerte genauso wie sein Stiftsadel die Rückgabe der Güter. 1519 verbündete sich der Bischof Johann mit Heinrich den Mittleren von Lüneburg, mit den Grafen von Diepholz und Hoya, sowie die Grafen Anton und Johann von Schaumburg und griff an. Die Schaumburger hatten schon lange auf eine Gelegenheit gewartet, die seit 1512 verlorene Wasserburg Lauenau zurück zu gewinnen oder wenigstens Rache zu nehmen. 1565-1572 entstand die zweigeschössige Vierflügelanlage (Weserrenaissance) anstelle einer welfischen Burg unter Graf Otto IV. von Schaumburg und Holstein, und schon 1569 war Bör-ries von Münchhausen im Pfandbesitz des Amtes und Schlosses Lauenau. Er umgab drei Sei-ten der Burg mit zum Teil doppelten Wassergräben. Ost- und Westflügel haben zum Hof hin Fachwerkfassaden. Der Westflügel war der Wohnbau. Im Ostflügel befand sich der große Festsaal. .Am Nordflügel wurden in Höhe des zweites Geschosses zwei Aborte errichtet. Der Westflügel besitzt einen Keller mit Kreuzgewölbe und rechteckigen Mittelpfeiler. Die restli-chen Flügel besitzen, mit Ausnahme eines kleinen Gewölbes neben dem östlichen Tor, keine Unterkellerung. 1568 wurde der Erkerausbau an der Brücke sowie das Wappen von Georg Wilhelm Herzog von Braunschweig und Lüneburg hinzugefügt. Zwischen 1694 -1695 wurde Prinzessin Sophie Dorothee, Ehefrau des Georg Ludwig von Hannover, dem späteren König von England, auf die Wasserburg verbannt. Sie verharrte hier fast 3 Monate, während über sie Gericht gehalten wurde. Ein Liebesverhältnis mit dem Oberst Graf Philipp Christof Königsmarck, der kurz darauf spurlos verschwand führte zur ihrer 32-jährigen Verbannung im Welfenschloß zu Ahlden/Celle. Bei Aufräumungsarbeiten in Hanno-ver fand man Gebeine die von Königsmarck stammen könnten. Da das Fundament (Eichenpfählung) durch den schweren Aufbau litt und die Wasserburg auseinander zu brechen drohte, wurde 1726-1727 die Halbkreisgiebel abgenommen und durch Walmdächer ersetzt, sowie etliche Stützpfeiler angebaut. 1852 - die Verwaltung wird aus der Wasserburg herausgelöst und zieht in ein Gebäude an der Rodenberger Straße, später genutzt durch das Forstamt, danach Gemeindeverwaltung Lau-enau, jetzt Sozialstation, ein. Das Amtsgericht verbleibt in der Wasserburg. 1859 - das Amt Lauenau wird aufgelöst und mit dem Amt Springe vereinigt. Die Burg wird die Wohnung des Pächters der Domäne 1866 - die Burg wird durch den preußischen Domänenfiskus einverleibt und verpachtet Pächter waren Schnee, Dornberg, Görg, Stegeman und Constein 1930 - Anbau des Balkons am Südflügel durch die Firma Hope Etwa um. 1950 ist Herr Barzand, Unternehmer aus Hannover neuer Eigentümer der Wasserburg. Später beteiligt sich sein Freund, der Unternehmer Willibald Völsing an der Anlage. 1986 verstirbt Herr Barzand und Willibald Völsing ist alleiniger Besitzer. Herr Thomas Schultchen wird als Verwalter eingesetzt. Seit 1991 soll die Burg verkauft werden. Da der Verkaufsabsichten bisher ergebnislos blieben, erwirbt Herr Völsing den ehemals zur Wasserburg gehörenden nebenanliegenden landwirtschaftlichen Hof, um nun den gesamten Komplex zu veräußern. Das aktuelle Konzept sieht einen Abriß der Hofgebäude und eine Neubebauung auf der frei gewordenen Hoffläche sowie auf der anliegenden Feuchtwiese und Weide vor. Die Burg selber ist vermietet und befindet sich in einen stark renovierungsbedürftigen Zustand. (Quelle: http://home.t-online.de/home/cm.brenneisen/burg/burg.html)
|
||