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Schloss WewerDas Ministerialengeschlecht "von Wevere"
Der Ortsteil Wewer liegt in hügeliger Landschaft etwa fünf Kilometer südwestlich von Paderborn. Hellwegraum und Paderborner Hochfläche treffen hier zusammen. Die Gemarkung hat eine Fläche von 16,88 qkm. Bis zur kommunalen Neugliederung gehörte Wewer zum Amt Kirchborchen mit Sitz in Nordborchen.
Die Weweraner führen ihre Geschichte auf das Jahr 835 zurück. In den älteren "Corveyer Traditionen", Aufzeichnungen über Gutschenkungen an das Kloster Corvey, deren Entstehung zwischen 822 und 876 datiert wird, erscheint ein Ort namens Wawuri, das heutige Wewer. Verschiedene Begleitumstände legen es nahe, den Zeitpunkt der Wawuri-Eintragung auf 835 zu fixieren. Der nächste Hinweis auf Wewer, nun unter dem Namen Waveri, findet sich in der im 12. Jahrhundert verfassten Lebensbeschreibung des Bischofs Meinwerk ( 1009 - 1036 ), der "vita Meinwerci". Daraus geht hervor, dass Wewer sich nicht mehr im Besitz Corveys befand, sondern ein Lehen des Bischofs oder des Domkapitels war. Seit dem ausgegangenen 12. Jahrhundert lässt sich ein Ministerialengeschlecht "von Wevere" nachweisen. Als es Mitte des 15. Jahrhunderts ausstarb, fiel das Gut Wewer an den Grundherrn, das Paderborner Domkapital zurück. Dieses vergab es 1449 an die Familie von Imbsen. Durch Einheirat, kam im frühen 16. Jahrhundert noch in die Familie von Brenken hinzu, so dass nun nebeneinander zwei Rittergüter, Wewer I und WewerII, bestanden. Die von Brenken bewohnten die sogenannte "alte Burg", während sich die von Imbsen Ende des 17. Jahrhunderts in Wewer ein barockes Schloss errichten liessen. Erst nach dem Erlöschen der Familie von Imbsen im Mannesstamme 1840 wurde der Besitz durch die von Brenken wieder zusammengeführt. Über die Frühzeit der Pfarrei Wewer liegen kaum Erkenntnisse vor. Vermutlich gab es schon zur Zeit Meinwerks eine Pfarrkirche. Für 1231 ist die Zugehörigkeit Wewers zum Archidiakonat des Domprostes bezeugt. Im 19. Jahrhundert wurde die alte Kirche St. Johannes Baptist, in deren Turm Überreste von Ausmalungen des 14. Jahrhunderts erhalten sind, gravierenden baulichen Eingriffen unterzogen. 1846 erhielt das Schiff der Kirche zunächst einen Erweiterungsbau. 1884/85 mußte die Kirche wegen Baufälligkeiten einem Neubau weichen, lediglich der Turm blieb, allerdings in stark veränderter Form, erhalten. (Quelle: Das Hochstift Paderborn "Porträt einer Region")
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