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Schloss EringerfeldBarockschloss Eringerfeld
In einsamer Lage, zwischen dem nördlich verlaufenden Hellweg und dem Haarstrangkamm im Süden, befindet sich das grosse Barockschloss Eringerfeld.
Es gab wohl schon eine ältere Siedlung "Erjerinkhusen", nach der sich ein Herrengeschlecht benannte, die 1280 und 1353 erwähnt wurde. 1395 wurde der Gutshof der Herren von Erkerinkhusen geteilt und verkauft. Eine Hälfte kam an das Stift zu Lippstadt, die andere gelangte an die in Geseke ansässigen Herren von der Borch. Diese verkauften ihren Anteil 1463 an die Herren von Hörde. Die kölnischen Lehnsleute traten 1296 Hörde an die Grafschaft Mark ab, was ihnen leichter viel, weil mit der Heirat der Erbtochter Kunigunde von Störmede diese reiche Herrschaft an sie gefallen war. Während der Grenzauseinandersetzung zwischen dem Erzbischof von Köln und dem Bischof von Paderborn begannen die v. Hörde von Störmede aus, 1300 und 1367 bezeugt, systematisch mit dem Grunderwerb in Erkeringhausen-Eringerfeld. 1463 war ihnen wenigstens eine Hälfte des Gutshofes sicher. 1529 ordnete und teilte die Familie v. Hörde ihren Besitz in Störmede, Boke, Schwarzenraben und Eringerfeld auf. Christoph v. Hörde, dem Eringerfeld zufiel, begründete dort die Linie v. Hörde zu Eringerfeld. 1615 gelang den Eringerfeldern v. Hördes der Ankauf der zweiten Gutshälfte vom Stift zu Lippstadt, womit der Weg der Bildung einer grossen Gutsherrschaft frei war. Die Siedlung Erkeringhausen war allmählich untergegangen. Ein Brand scheint 1660 Teile der älteren Burg oder des Gutshofes vernichtet zu haben. 1661 war die Kapelle durch eine Stiftung Georg v. Hördes, der Kanoniker in Hildesheim war, wieder aufgebaut worden. Zwei andere geistliche Mitglieder der Familie, die Domherren Johann Gottfried und Rhabanus Christoph v. Hörde, veranlaßten 1676 den Neubau des Schlosses. 1681. Noch während der Bauarbeiten kam es zu einem kuriosen letzten Grenzzwischenfall zwischen Kurköln und Paderborn wegen einer Viehherde: Fürstbischof Ferdinand v. Fürstenberg ließ Eringerfeld als Vergeltung einer Hirtenschlägerei durch 600 paderbornische Soldaten besetzen, bis in schwierigen Verhandlungen diese Affäre beigelegt war. 1781 starb der Freiher Franz Ludolf Joseph v. Hörde zu Eringerfeld kinderlos. Seine Witwe, in zweiter Ehe mit ihrem verwitweten Schwager Freiher v. der Decken aus oldenburgischem Adel verheiratet, übertrug Eringerfeld auf ihre Stieftochter Marie Cunigunde v. der Decken, die Friedrich Clemens Freiherrn v. Ketteler heiratete und Eringerfeld 1922 an ihre Enkel Wilderich Freiherrn v. Ketteler weitergab. In den 60er Jahren suchte Herr Kirchner, von Haus aus Betriebswirt und Besitzer von 3 Privatschulen, ein großes Haus. Er fand es mit Schloß Eringerfeld. Herr Kirchner sah mehr die vielen Quadratmeter, Frau Dr. Kirchner das schöne frühbarocke Schloß und dessen sehr maroden Zustand. Als die Familie v. Ketteler das Schloss verlassen hatten, war es schnell dem Verfall preisgegeben: Ziegen im kostbaren Speisesaal, Ponys im Ahnensaal, barocke Kugeln rollten vom First. Die Brücken waren morsch, der Park war verwandelt und in der Zeit des Nationalsozialismus wurden zwangsweise holländische Missionare einquartiert. Die deutsche Jesuitenprovinz richtete bei Kriegsende nach der Zerstörung ihrer Universität in Frankfurt im früheren Jesuitenkolleg in Büren ihre theologische Fakultät ein. Das Noviziat kam nach Eringerfeld. Es gab kein fließendes Wasser, keine Heizung, das Dach war undicht, die Schornsteine wackelten, die Gräfte war die Schutthalde vom Dorf und von der Umgebung. Für die Novizen des Zisterzienordens wäre das Ganze sicher besser geeignet gewesen als für Jesuitenzöglinge. Beim Einzug der Familie Kirchner im Jahre 1964 hatte sich nichts geändert. Aber die dreiviertelmeter dicken Mauern waren stabil. Einige kostbare Möbel, die zu schwer waren, um sie rauszutragen, die vielen bedeutenden Kamine und die eichenen Ausstattungen und Schnitzereien waren gut erhalten. Die Renovierung von Schloß Eringerfeld, die Neugestaltung des nach alten Plänen entstandenen Parks sowie die freigelegte gotische Ausmalung der Kapelle kosteten alleine mehrere Mio. DM. (Quelle: www.schloss-eringerfeld.de)
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